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ING-Diba versteht Wohnungsbauprämie nicht

Die ING-Diba ist eine Direktbank. Sie hat daher keine Filialen, wo Kunden beraten werden. Und ich bin geneigt zu sagen: Was für ein Glück. Der Beratungsstuß würde vermutlich den von anderen Banken noch in den Schatten stellen.
Eine Ahnung vermittelt jedenfalls der „WissensWert Newsletter“, den die Beste Bank a.D. regelmäßig verschickt. Aktuell erfahren die Leser unter anderem Folgendes bei der ING-Diba:

Wohnungsbauprämie künftig nur noch bei Immobilienerwerb.  Bausparen wird unflexibler. Grund: Das neue Eigenheimrentengesetz (Wohn-Riester) schränkt die Gewährung der Wohnungsbauprämie ein. Künftig sind nur diejenigen Bausparer begünstigt, die die Wohnungsbauprämie zum Kauf einer Immobilie verwenden. Bislang war dies anders. Nach Ablauf der siebenjährigen Haltefrist konnten Bausparer über das aufgelaufene Guthaben frei verfügen. (…)

Wohnungsbauprämie nur noch dann, wenn sie zum Kauf einer Immobilie verwendet wird? Die ING-Diba setzt offenbar „wohnwirtschaftliche Verwendung“ mit Immobilienkauf gleich.

Bislang galt die Pflicht zur „wohnwirtschaftlichen Verwendung“ nach Paragraph 1, Absatz 3 des Bausparkassengesetzes nur dann, wenn innerhalb der ersten sieben Jahre der Vertragslaufzeit darüber verfügt wurde. Für ab 2009 neu geschlossene Verträge gilt das unbegrenzt. Die Förderung wird dann auch nicht mehr jährlich gutgeschrieben, sondern erst beim Nachweis der „wohnwirtschaftlichen Verwendung“. Darunter versteht der Gesetzgeber aber nicht nur den Kauf einer Immobilie, sondern ebenso z.B. Renovierungen, Modernisierungen oder etwa die Tilgung eines bestehenden Immobiliendarlehens. Man muss nur mal kurz ins Gesetz gucken:

(3) Wohnungswirtschaftliche Maßnahmen im Sinne dieses Gesetzes sind

1. die Errichtung, Beschaffung, Erhaltung und Verbesserung von überwiegend zu Wohnzwecken bestimmten Gebäuden und von Wohnungen, insbesondere von Eigenheimen und Eigentumswohnungen, sowie der Erwerb von Rechten zur dauernden Nutzung von Wohnraum,
2. die Errichtung, Beschaffung, Erhaltung und Verbesserung von anderen Gebäuden, soweit sie Wohnzwecken dienen,
3. der Erwerb von Bauland und Erbbaurechten zur Errichtung von überwiegend zu Wohnzwecken bestimmten Gebäuden,
4. der Erwerb von Bauland und Erbbaurechten zur Errichtung anderer Gebäude hinsichtlich des Anteils, der dem Verhältnis des zu Wohnzwecken bestimmten Teils des auf dem Grundstück zu errichtenden Gebäudes zum Gesamtgebäude entspricht,
5. Maßnahmen zur Erschließung und zur Förderung von Wohngebieten,
6. die Ablösung von Verbindlichkeiten, die zur Durchführung von Maßnahmen nach den Nummern 1 bis 5 eingegangen worden sind,
7. die Ablösung von Verbindlichkeiten, die auf einem überwiegend Wohnzwecken dienenden Grundstück ruhen.

Als wohnungswirtschaftliche Maßnahmen gelten die Ablösung von Verbindlichkeiten, die zur Leistung von Bauspareinlagen eingegangen worden sind, sowie gewerbliche Bauvorhaben, wenn sie im Zusammenhang mit dem Bau von Wohnungen oder in Gebieten durchgeführt werden, die dem Wohnen dienen, und wenn sie dazu bestimmt sind, zur Versorgung dieser Gebiete beizutragen.


Kommentare

steffano 20. März 2012 um 14:15

Vielleicht sind die anderen Finanzierungsmöglichkeiten wie z.B. feste Zinskonditionen, die direkt mit der Bank über einen Zeitraum vereinbart werden, günstiger als ein Bausparvertrag, auch wenn man eine Wohnungsbauprämie vom Staat dazu bekommen kann.

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