Immobilienpreise Deutschland: Aurich teurer als München

Sieht man das Verhältnis von Mieteinnahmen und Kaufpreis, dann sind Immobilen in Nordfriesland und Aurich teurer als in München. Das zeigt der Postbank Wohnatlas 2017, für den das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) die Immobilienmärkte und Immobilienpreise Deutschland unter die Lupe genommen hat.

Während in Nordfriesland das 61-fache der Jahresmiete für eine Immobilie gezahlt werden muss,  ist es in München nur das 33-fache. Die Erklärung: Oben an der Nordseeküste ist es wegen der Ferienimmobilien, vor allem auf Sylt, besonders teuer.

„Wohnimmobilien zu vergleichsweise moderaten Preisen finden sich in 195 der 402 Landkreise und kreisfreien Städte“, sagt Georg Hoogendijk, Geschäftsführer der Postbank Immobilien GmbH. „Dort werden für den Kauf einer Immobilie nicht mehr als rund 20 Jahresnettokaltmieten fällig, in 51 Kreisen sogar nur bis zu rund 15 Jahresmieten.“

Dortmund, Essen, Bremen und Hannover noch günstig

Besonders hoch in Relation zu den Mieten sind die Kaufpreise nicht nur an der Küste, sondern in einer Reihe von Kreisen in Süddeutschland. Die Erklärung: Die positive Wirtschaftsentwicklung im Süden der Republik zieht immer mehr Arbeitnehmer an, zusätzlich befeuern die niedrigen Zinsen die Nachfrage am Immobilienmarkt.

Die Mehrheit der Kreise, in denen die Kaufpreise bis auf das 25-fache und mehr der örtlichen Jahresmieten angestiegen sind, liegt in Bayern. Ähnlich sieht es bundesweit in den großen Städten aus, während auf dem Land im Verhältnis zu den örtlichen Mieten noch günstigere Preise zu finden sind.

Im Vergleich der deutschen Großstädte bieten Dortmund, Essen, Bremen und Hannover im Verhältnis zu den örtlichen Mieten noch vergleichsweise günstige Preise. In diesen Städten ist ein Investment in Wohneigentum also besonders attraktiv, denn die Mietpreise sind bereits relativ hoch, die Immobilienpreise dagegen noch moderat. Besonders in Bremen und Hannover haben kaufinteressierte Mieter die Chance, als Eigentümer günstiger wegzukommen. Mit rund 31 bzw. 28 Prozent verschlingen die Mieten bereits jetzt einen vergleichsweise hohen Anteil der regionalen Durchschnittseinkommen. Die Kosten für eine Baufinanzierung könnten aufgrund des niedrigen Zinsniveaus geringer ausfallen als die bisherige Mietzahlung.

Gemessen am Mietniveau sind die Immobilienpreise in den drei größten deutschen Städten besonders hoch. In Berlin werden für Käufer rund 29, in Hamburg 30 und in München sogar 33 Jahresnettokaltmieten fällig.

Tabelle: Immobilienpreise in deutschen Großstädten

Stadt Kaufpreis in Jahresnetto-
kaltmieten
Anteil Kaltmiete
am Einkommen*
München 33,4 44,1
Hamburg 30,4 36,7
Berlin 29,3 37,8
Frankfurt/ Main 27,0 40,7
Düsseldorf 26,5 31,5
Stuttgart 26,0 38,1
Köln 24,6 36,5
Nürnberg 23,9 32,3
Leipzig 23,8 27,9
Dresden 23,5 30,2
Hannover** 20,8 27,9
Bremen 19,8 30,5
Essen 18,3 25,5
Dortmund 18,2 27,1

Deutsche Großstädte mit mehr als 500.000 Einwohnern (Stand 2015)

*Anteil durchschnittliche Jahreskaltmiete für eine 70-Quadratmeter-Wohnung am verfügbaren Pro-Kopf-Jahreseinkommen des Kreises im Jahr 2016 **Region

Quellen: Empirica, Berechnungen HWWI

Graphik: Das sind die Immobilien-Hotspots in Deutschland

 

Graphik: Postbank

 

Infos zur Postbank Studie Wohnatlas 2017

Die Postbank Studie Wohnatlas 2017 wurde unter der Leitung von Prof. Dr. Alkis Henri Otto, Forschungsbereichsleiter Hamburg, Städte und Regionen, vom hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) durchgeführt. Analysiert wurden 402 Landkreise und kreisfreie Städte (darunter noch der Landkreis Osterode am Harz, der am 1. November 2016 Teil des Landkreises Göttingen wurde).

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