Immobilie als Geldanlage – jetzt schon an die Alten denken

Aktien pendeln  hin und her, Anleihen werfen nur geringe  Zinsen ab – in dieser Situation kommen nun immer öfter Immobilien als Geldanlage ins Gespräch. Doch wer langfristig damit Rendite erzielen will, muss jetzt schon an die überalterte Gesellschaft der Zukunft denken und die Immobilie danach kaufen.

Auf Jahr für Jahr verlässliche Wertsteigerungen bei Immobilien, wie es die Werbung mitunter suggeriert, sollte niemand setzen. In den vergangenen Jahren haben Immobilienbesitzer sogar Verluste hinnehmen müssen, ergab eine Studie des Analysehauses Feri (Bad Homburg). Im Schnitt liegen die Immobilienpreise demnach in vielen Städten derzeit unter dem Niveau von 1994.

Ein Grund dafür dürfte sein, dass in der Euphorie der Wiedervereinigung das Preisniveau in spekulative Höhen gestiegen war, was zu einem Einbruch führen musste. Das ist bitter für jene, die teuer eingestiegen sind – eine gute Ausganglage hingegen kann es für jene sein, die jetzt ihr Geld in Immobilien neu anlegen wollen: „Die Preise sind günstig, hinzukommt ein historisch niedriges Zinsniveau beim Baugeld – gute Voraussetzungen für Kapitalanleger“, meint Jörg Sahr, Immobilienexperte der Stiftung Warentest. Für die Rendite mit Miete lassen sich außerdem folgende Argumente anführen:

  • Regelmäßige Einnahmen, wenn verlässliche Mieter gefunden werden.
  • In der Vergangenheit teils erhebliche Wertsteigerungen.
  • Inflationsschutz, da Mieten in der Regel parallel zur Inflation steigen.
  • Steuervorteile, wie etwa die laufende Abschreibung oder die steuerfreie Veräußerung nach 10 Jahren.

Noch mehr als in der Vergangenheit sollte der Immobilien-Investor aber auf die Qualität des Objekts und seine Umgebung achten, insbesondere auf die Senioren-Tauglichkeit. Denn folgende Trends sind zu erwarten: Die Einwohnerzahl Deutschlands wird voraussichtlich sinken, was eher schlecht ist für die Nachfrage. Andererseits nimmt aber die Zahl von Singles sowie der persönliche Bedarf an Wohnraum zu – ein positiver Effekt.

Gute Infrastruktur für ältere Menschen wichtig

Vor allem aber werden die Mieter der Zukunft immer öfter als Einkommensnachweis einen Rentenbescheid vorlegen. Bereits 2020 wird, so Prognosen des Statistischen Bundesamtes, jeder dritte Bundesbürger 60 Jahre und älter sein. Das könnte zur Folge haben, dass statt des ruhigem Häuschen im Grünen mehr städtischer Wohnraum gefragt sein wird, da ältere Menschen meist besonders auf gute Infrastruktur achten (z.B. Einkaufsmöglichkeiten, öffentliche Verkehrsmittel, Ärzte).

Die Ausstattung der Wohnung oder Hauses spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Ein Balkon sollte möglichst ebenso dabei sein wie ein Fahrstuhl im Treppenhaus. Bei Bädern ist es sinnvoll darauf zu achten, dass ein Rollstuhlfahrer darin manövrieren kann. Entscheidend ist allerdings stets die Lage: „Eine Ausstattung lässt sich nachträglich noch verbessern“, sagt Immobilien-Experte Sahr „die Lage nicht“

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