Steuern: Bafög-Rückzahlung nicht absetzbar

Nach dem Studien-Ende stehen Akademiker oft vor einem Schuldenberg: Sie müssen die frühere Bafög-Förderung zurückzahlen. Das Geld fehlt ihnen zum Leben. Aber steuerlich absetzbar sind die Raten deshalb nicht, hat jüngst der Bundesfinanzhof entscheiden.

Studenten-Bafög, die staatliche Hilfe während der Universitätsausbildung, gibt es grundsätzlich zur Hälfte als Zuschuss, die andere Hälfte als zinsloses Darlehen. Fünf Jahre nach Studienabschluss beginnt die Rückzahlung und beträgt bis zu 10.000 Euro.

Der Bundesfinanzhof hatte zwar vor Jahren entschieden, dass Kosten für ein Erststudium als „Werbungskosten“ anerkannt werden müssen, wenn ein Bezug zum später ausgeübten Beruf besteht (Az: VI R 120/01 und VI R 137/01). Solche „Werbungskosten“ können zeitlich unbegrenzt als Verlust vorgetragen werden, also von einem Jahr ohne Einkünfte (und ohne Steuern) in ein Jahr mit Einkünften. Ideal für Studenten, die in der Regel während des Studiums wenig verdienen, später dafür umso besser.

Studenten-Pech: Sonderausgaben-Abzug nicht übertragbar

Der Gesetzgeber schuf allerdings für die Zeit ab 2004 eine neue Regelung: Kosten für ein Erststudium sowie für eine erstmalige Berufsausbildung sind seitdem als „Sonderausgaben“ absetzbar, und zwar bis 4.000 Euro jährlich. Das Besondere bei „Sonderausgaben“: Sie nutzen für die Steuer nur dann etwas, wenn der Student im gleichen Jahr auch Einkünfte erzielt hat. Ein Übertrag in die Zukunft ist bei Sonderaugaben nicht möglich.Und damit läuft der Steuerabzug bei Studenten oft ins Leere.

Ein Ex-Student wollte sich damit nicht abfinden und zog vor den Bundesfinanzhof. Zumindest die Tilgung der BAföG-Schulden müsste später noch anerkannt werden, meint der Kläger. Bafög-Empfänger würden schließlich am Existenzminimum leben, sonst stünde ihnen die Förderung nicht zu. Folglich könnten sie nie etwas absetzen. Diese Ungerechtigkeit lasse sich nur beheben, wenn sich die späteren Rückzahlungsraten mit späterem Einkommen verrechnen lassen.

Der Bundesfinanzhof ließ den Kläger aber abblitzen: Für die steuerliche Abzugsfähigkeit eines (Ausbildungs-)Darlehens sei maßgebend ist, wann die kreditfinanzierten Aufwendungen verausgabt worden sind. Unabhängig davon, ob es sich bei den Aufwendungen für das Studium um Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen handelt, „können sie allenfalls im Jahr des tatsächlichen Abflusses, nämlich der Verwendung der Darlehensmittel, berücksichtigt werden“, so der BFH in seinem Urteil (Az: VI R 41/05).

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