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Fremdwährungskonten: Keine gesetzliche Einlagensicherung

Vor kurzem beschäftigte ich mich hier mit Fremdwährungskonten. Dort lässt sich recht bequem Geld zum Beispiel in US-Dollar oder Schweizer Franken parken. Ein Leser meldete sich und wies mich darauf hin, ich habe bei den Risiken und Nebenwirkungen etwas vergessen: Es gäbe bei Fremdwährungskonten keine Einlagensicherung, selbst wenn es sich um eine anständige deutsche Bank handelt.

Das erschien mir zu absurd, um wahr zu sein. Schließlich macht es für das Schutzbedürfnis keinen Unterschied, ob nun jemand ein Tagesgeldkonto in Euro führt oder ein vergleichbares Fremdwährungskonto in US-Dollar. Aber es ist so. Paragraph 4 des Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz regelt unmissverständlich:

Ein Entschädigungsanspruch besteht nicht, soweit Einlagen oder Gelder nicht auf die Währung eines EU-Mitgliedstaates oder auf Euro lauten.

Ein Fremdwährungskonto mit Britischem Pfund* wäre demnach – bis 50.000 Euro – geschützt, denn die Briten sind EU-Mitglied. Schweizer Franken oder US-Dollar fallen hingegen nicht unter die gesetzliche Einlagensicherung.

Bleibt noch die freiwillige Einlagensicherung der privaten Banken, sofern die jeweilige Bank dort mitmacht. Im Statut des Einlagensicherungsfonds kann ich keine Ausschlüsse für Nicht-Euro finden. Es ist ohne Einschränkung von Sicht-, Termin- und Spareinlagen die Rede. Vom Schutz des Einlagensicherungsfonds ausgenommen sind jedoch Inhaberpapiere, insbesondere auf den Inhaber lautende Schuldverschreibungen – also auch Zertifikate einer Bank.

Dass ein solcher Schutz für Fremdwährungskonten besteht, würde ich mir – wegen fehlender gesetzlicher Einlagensicherung – ausdrücklich bestätigen lassen.

*Elf Mitglieder der Europäischen Union benutzen derzeit nicht den Euro. Es sind: Dänemark, Schweden, Großbritannien, Bulgarien, Tschechien, Estland, Ungarn, Lettland, Litauen, Polen und Rumänien.


Kommentare

Thomas 15. Juni 2010 um 23:33

Warum ist das so?

Antworten

Andreas Kunze 16. Juni 2010 um 04:05

Mir fällt bei besten Willen keine logische Begründung ein.


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