Freiwillig Krankenversichert: Haftung, wenn der Arbeitgeber Beiträge nicht überweist

Wer als Arbeitnehmer in einer gesetzlichen Krankenkasse freiwillig versichert bleibt, ist dafür verantwortlich, wenn der Arbeitgeber die Beiträge nicht an die Krankenkasse abführt. Noch Jahre später kann die Krankenkasse die Beiträge in voller Höhe beim Arbeitnehmer eintreiben. Das gilt selbst dann, wenn der Arbeitgeber den Anteil des Arbeitnehmers laut Gehaltsbescheinigung einbehalten hat.

Freiwillig versichert ist, wer über der Pflichtversicherungsgrenze verdient (2007: Jahreseinkommen von 47.700 Euro) und trotzdem in der gesetzlichen Krankenkasse bleibt. Will ein freiwillig Versicherter bösen Überraschungen vorbeugen, kann er sich – wie ein Privatversicherter – den Arbeitgeberzuschuss auszahlen lassen und den gesamten Beitrag selber an die Krankenkasse überweisen.

Wie bitter es ansonsten ausgehen kann, zeigt ein Beitrag des WDR-Magazins Markt: Ein Industriemeister aus Velbert soll noch 2.500 Euro an seine frühere Krankenkasse BKK-VDN zahlen. Das Geld hätte eigentlich sein inzwischen Pleite gegangener Arbeitgeber zahlen müssen.

Die freiwillig Krankenversicherten findet der Gesetzgeber offenbar nicht besonders schutzwürdig – was sich auch daran zeigt, dass der Straftatbetand § 266a des Stafgesetzbuches (Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt, http://bundesrecht.juris.de/stgb/__266a.html) in diesem Fall nicht greift: Zu den geschützten Arbeitnehmerbeiträgen gehören nicht solche zur freiwilligen Krankenversicherung.

3 Kommentare

  1. Veröffentlich von Erik am 10. März 2007 um 14:47

    Ich war

  2. Veröffentlich von Andreas Kunze am 9. März 2007 um 22:58

    Bitter. Schon mal

  3. Veröffentlich von Erik am 9. März 2007 um 16:41

    Gilt auch f

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