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Fondsschließung: Worauf Anleger achten sollten

Mehrere Fondsgesellschaft haben angekündigt, in diesem Jahr mit eisernem Besen durch die Bestände zu gehen und zu kleine Fonds zu schließen. Für Anleger ist es in solchen Fällen wichtig, zügig zu reagieren.

Hunderte Investmentfonds sind seit dem Ende des Börsenbooms vom Markt verschwunden. Meist sind Aktienfonds aus Modebranchen wie Telekommunikation und Biotechnologie geschlossen worden, weil das verwaltete Vermögen zu gering geworden war. Einerseits machte sich das Börsendebakel bemerkbar, also der Kursverlust von den Wertpapieren im Fonds. Andererseits liegt die Vermögensschrumpfung an den so genannten Mittelabflüssen. Kunden haben also ihre Anteile freiwillig zurückgegeben und sich auszahlen lassen.

Im Verhältnis zum verwalteten Vermögen explodieren dann die Kosten, etwa für den Verwalter. Nach Angaben der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sind Fonds mit einem Volumen von weniger als 20 Millionen Euro kaum rentabel zu führen.

Jetzt 13 Monate Reaktionszeit bei Fondsschließung

Gegen eine Fondsschließung lässt sich leider kaum etwas ausrichten. Die Details dazu sind im Prospekt genannt. So genannte Laufzeitfonds – also Fonds mit vertraglich vereinbarter Laufzeit – dürfen allerdings nur aus wichtigem Grund eingestellt werden, etwa wegen einer drohenden Pleite der Kapitalanlagegesellschaft. Nachdem die Schließungsabsicht bekannt gemacht wurde, im Bundesanzeiger und im Rechenschaftsbericht oder Halbjahresbericht, läuft eine vom Gesetzgeber vorgeschriebene Frist. In dieser Zeit kann der Anleger sich auszahlen lassen oder – wenn angeboten – in einen anderen Fonds wechseln.

Bis Ende 2003 betrug die Frist drei Monate (§ 13 KAGG), seit 2004 sind es 13 Monate. Frank Bock vom BVI Bundesverband Investment und Asset Management (BVI): „Für die Kündigung von Altfonds gelten aber noch die bisherigen Regelungen mit der kurzen Frist“.

Unternimmt der Anleger innerhalb der alten oder neuen Frist nichts, wird sein Guthaben nach Fristablauf errechnet und überwiesen. So lange sollte ein Anleger aber nicht warten. Der Grund: Zum Ende der Liquidationsfrist hin beschleunigt sich oft ein Verfall der Anteilspreise, denn der Fondsmanager muss Wertpapiere verkaufen, um Anteilseigner auszahlen zu können. Wer nach der Schließungsinfo nicht an einen fulminanten Börsenaufschwung glaubt, sollte daher möglichst früh seine Anteile zurückgeben.

Die Finanzämter pochen auch bei der unfreiwilligen Rückgabe von Fondsanteilen auf die Spekulationsfrist von derzeit 12 Monaten. Wer also bis zur Schließung einen Kursgewinn erzielt haben sollte, muss ihn voll versteuern. Der BVI verweist allerdings auf ein Urteil des Reichsfinanzhofes aus dem Jahre 1937. Demnach handelt es sich beim Zwangsumtausch nicht um einen steuerpflichtigen Vorgang. Rat des BVI: Einspruch einlegen.


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