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Verbraucherzentrale: Finanziell, datentechnisch und organisatorisch unterstützt

Wenn bestimmte Unternehmen das schöne Wort „unabhängig“ aus dem Fenster hängen, dann hat das für mich eher den Effekt eines Contraindikators. Jedenfalls schaue ich dann gerne mal genauer hin. Die Verbraucherzentrale NRW gehört aus bekannten Gründen zu diesen Unternehmen.

Vor ein paar Tagen kam ein Newsletter der Verbraucherzentrale NRW, mit dem unter anderem auf einen Artikel wie folgt hingewiesen wurde:

Betreutes Wohnen – Schlüssel für umfassende Betreuung? Pflegehotline berät anbieterunabhängig

Der Artikel endet mit folgendem Fazit, deren für mich wichtigsten Passagen ich fett hervorgehoben habe:

Auch wenn die Hochglanzprospekte mancher Anbieter einen anderen Eindruck erwecken wollen: Betreutes Wohnen ist nur eine von vielen Wohnformen im höheren Lebensalter. Vor einem Umzug sollten Sie eingehend prüfen, ob sich ambulant betreute Wohngemeinschaften oder Modelle einer „Hausgemeinschaft im Pflegeheim“ für Ihren individuellen Pflegebedarf als Wohnform besser eignen oder ob die altersgerechte Umgestaltung der eigenen oder ein Umzug in eine andere barrierefreie Wohnung nicht der eigenen Lebenssituation eher gerecht wird. Detaillerte Informationen erhalten Sie an der Pflegehotline des Netzwerks Pflegeberatung.

Ganz außer Frage dürfe stehen, dass die Verbraucherzentrale NRW und Mitarbeiter des Netzwerks Pflegeberatung unabhängig von Anbietern des „Betreuten Wohnens“ sind. Das macht der Artikel hinreichend deutlich. Was aber ist das Netzwerk Pflegeberatung? Bei einer anderen Verbraucherzentrale lässt sich dazu mehr nachlesen:

Das neu geschaffene „Netzwerk Pflegeberatung“ ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Verbraucherzentrale Bundesverband und dem Bundesverband der Betriebskrankenkassen. Der BKK Bundesverband unterstützt dabei das Projekt finanziell, datentechnisch und organisatorisch auf Grundlage des Sozialgesetzbuches XI. Inhaltlich sind die Berater der Verbraucherzentralen neutral und unabhängig.

Die anbieterunabhängigen Verbraucherzentralisten werden beim „Netzwerk Pflegeberatung“ also finanziell, datentechnisch und organisatorisch von Gesetzlichen Krankenversicherern unterstützt, man könnte auch sagen: Von Anbietern auf dem Markt der gesetzlichen Krankenversicherung.

Es liegt nahe, dass Gesetzliche Krankenkassen beim Thema Pflege eigene Interessen haben. Sie müssen nämlich dafür zahlen. Der BBK Bundesverbandhat 2006 seine Interessen und Ziele übrigens so formuliert:

Gute Pflege ist nah am Menschen und hilft Bedürftigen idealerweise so lange wie möglich eigenständig im heimischen Umfeld zu leben. Seit Jahren verschiebt sich die Leistungsinanspruchnahme jedoch stetig zu Gunsten der Heimpflege mit Folgen für Versicherte und Kassen. Das Problem bei Heimpflege ist, dass Versicherten ihre vertraute Umgebung, ihre sozialen Bindungen und – zumindest partiell – ihre Autonomie verlieren. Die Pflegekassen werden finanziell belastet, da die Heimpflege je nach Pflegestufe bis zu fünf Mal teurer ist als das Pflegegeld in der häuslichen Pflege. Eine Reform sollte den einstigen Ansatz im Sinne der Versicherten – ambulant vor stationär – wieder ins Zentrum rücken.

Neben den ambulanten Leistungen der gesetzlichen Pflegekassen richtet der BKK Bundesverband seine zusätzlichen Projekte bereits seit Jahren verstärkt an der Forderung „ambulant vor stationär“ aus.


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