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Erbschaft: Der Pflichtteil für Enterbte

Wer enterbt wurde, kann bei einer Erbschaft zumindest den gesetzlichen Pflichtteil geltend machen. Wie hoch ist der Pflichtteil, in welchen Fällen muss darauf doch verzichtet werden? Die Postbank hat zu diesem Erbschaftsrecht-Thema die wichtigsten Informationen zusammengestellt.

Anspruch auf einen Pflichtteil bei der Erbschaft haben laut Gesetz Kinder, Kindeskinder, Eltern, Ehe- und gleichgeschlechtliche Lebenspartner einer eingetragenen Lebensgemeinschaft, wenn sie im Testament enterbt wurden. Ihnen steht die Hälfte der Summe zu, die sie erhalten würden, wenn der Verstorbene sie nicht vom Erbe ausgeschlossen hätte.

Die konkrete Höhe des Pflichtteils hängt vom Verwandtschaftsverhältnis und der Zahl der Pflichtteilsberechtigten ab. Ein Beispiel: Eine Witwe hinterlässt ein Erbe im Wert von 100.000 Euro. Sie hat zwei Töchter, von denen sie die eine zur Alleinerbin eingesetzt hat. Jedem der beiden Kinder steht ein Erbteil von 50.000 Euro zu. Der Pflichtteil, den das enterbte Kind bekommt, liegt also bei 25.000 Euro. Der Rest des Erbes, 75.000 Euro, geht an die Schwester.

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Fast jeder Dritte in Deutschland (30 Prozent) ist dafür, den gesetzlich festgelegten Pflichtteil für Erbschaften abzuschaffen. Das zeigt eine aktuelle Allensbach-Studie im Auftrag der Postbank. 61 Prozent hingegen halten den Pflichtteil für richtig, neun Prozent haben keine Meinung dazu. [/box]

Entziehung des Pflichtanteilsanspruchs manchmal möglich

„Wünscht der Erblasser aber, dass ein Pflichtanteilsberechtigter überhaupt nichts erhält, muss er ihn nicht nur enterben, sondern in seinem Testament oder Erbvertrag ausdrücklich eine Anordnung auf Entziehung des Pflichtanteilsanspruchs stellen und den Grund dafür angeben“, sagt Anja Maultzsch von der Postbank. Ein Entzug ist allerdings nur dann gesetzlich möglich, wenn der Pflichtteil-Berechtigte ein schweres Vergehen gegenüber dem Erblasser oder einer ihm nahestehenden Person begangen hat.

Als solche Vergehen gelten z.B.  Tätlichkeiten, körperliche Misshandlung, aber auch die Verweigerung des Unterhalts. Auch wenn der potenzielle Erbe zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr ohne Bewährung verurteilt wurde, kann ihn dies den Pflichtteil bei der Erbschaft kosten.


Kommentare

helga 17. April 2019 um 16:21

Von der Entziehung des Pflichtanteilsanspruchs spricht mein Sohn zu Gunsten der Tochter. Die heiratet bald und braucht bestimmt die eigenen vier Wände. Ich halte seine Tat für sinnvoll. Recht vielen Dank für die Tipps dazu!

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