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Finanzvertrieb eine Job-Chance?

Vor ein paar Tagen schrieb mir ein Leser und fragte mich nach einem Finanzfirma. Er habe sich dort beworben und wolle gerne wissen, ob die seriös sind. Das Unternehmen ist mir unbekannt, aber ich hatte den Eindruck, dass es eines der „Stellenangebote“ ist, die gerade in Wirtschaftskrisen besonders boomen. Deshalb antwortete ich dem Leser folgendes:

Bei Finanzvertrieb auf Provisionsbasis sollte man generell vorsichtig sein: Oft geht es nur darum, dass eine Firma neue Adressen benötigt. Die neuen „Mitarbeiter“ (selbstständige Handelsvertreter) legen erstmals tüchtig los und grasen ihren Bekanntenkreis ab, um dort Versicherungen und Fonds zu verkaufen.
Das sind genau die Adressen, die Finanzvertriebe brauchen, sei es nun Tecis, AWG oder OVB,

Das geht zwei, drei Monate gut. Dann ist der Bekanntenkreis abgegrast, weitere Kundenakquise fällt dem Neueinsteiger schwer. Er steigt wieder aus – und hinterlässt viel verbrannte Erde, nämlich bei seinen Freunden und Bekannten.

Finanzvertrieb kann eine reizvolle Tätigkeit sein. Langfristig wird aber m.E. nur Erfolg haben, wer gründlich eingearbeitet wird, sich selber ständig weiterbildet und ohne existenziellen Provisionsdruck beraten und vermitteln kann.

Passend dazu hat gerade die ZEIT den Erfahrungsbericht eines Finanzvertrieb-Ein- und Aussteigers veröffentlicht:

Schlagartig wird mir bewusst: Das Geld des AWD kommt von Menschen. Von denen aus meinem Handy. »Sie rufen jetzt mal bei einem Ihrer Freunde oder Verwandten an und fragen, ob Sie AWD als Ihren neuen Arbeitgeber vorstellen dürfen«, sagt Wolf. »Wenn das nicht klappt, mache ich den nächsten Anruf.«



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