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Bund der Versicherten: Vorstand gefeuert

Der Bund der Versicherten (BdV) bekommt einen neuen Vorstand: Der Vorstandsvorsitzende Axel Kleinlein und das Mitglied des Vorstand Thorsten Rudnik scheiden mit sofortiger Wirkung aus dem Vorstand aus, wie der Bund der Versicherten heute überraschend mitteilte. Zum neuen Vorstandsvorsitzenden wurde Tobias E. Weissflog berufen.

Ein 2. Mitglied des BdV-Vorstands wird am kommenden Montag „aus der Mitte der Abteilungsleiter“ des BdV berufen werden, heißt es weiter. Als Gründe für den Blitzwechsel gibt die Verbraucherschutzorganisation an, es habe „unterschiedliche Auffassungen über die inhaltliche und personelle Ausrichtung“ gegeben.

Über den neuen Vorstandvorsitzenden des Bundes der Versicherten heißt es auf der Internetseite „Brainguide“:

Tobias E.Weissflog, Dipl.-Betriebswirt, ist als Projektleiter in der Unternehmensberatung tätig und hat langjährige Erfahrungen als Geschäftsführer verschiedener Unternehmen. Als Senior-Projektleiter bei der Dr. Wieselhuber & Partner GmbH liegen seine Beratungsschwerpunkte u.a. im Bereich Sanierung und Restrukturierung.

Axel Kleinlein erst seit 2011 Vorstandschef beim Bund der Versicherten

Der bisherige BdV-Vorstandsvorsitzende Axel Kleinlein (Wikipedia-Link) hatte nach seinem Studium zum Diplom-Mathematiker in Berlin im Aktuariat der Allianz Lebensversicherung gearbeitet und war 2000 zur Stiftung Warentest gewechselt. Drei Jahre später ging er zur Assekurata Assekuranz Rating-Agentur. In 2004 begründete Axel Kleinlein das versicherungsmathematische Büro math concepts. 2007 unterstützte er zudem den Verbraucherzentralen Bundesverband als Referent für den Bereich Altersvorsorge und Kapitalanlagen. 2011 wurde er Vorstandschef beim Bund der Versicherten.

Der bisherige Vorstand Thorsten Rudnik war nach dem Studium der Betriebswirtschaft zunächst in der Versicherungsberatung einer Verbraucherschutzorganisation tätig. Seit 1995 gehört er dem BdV an. Seit 2003 ist er Versicherungsberater, 2005 rückte er in den ehrenamtlichen BdV-Vorstand auf, 2006 wurde er hauptamtlich Vorstand beim Bund der Versicherten.

Mit Kleinlein war Bund der Versicherten kritischer geworden

Der Bund der Versicherten wurde 1982 gegründet und hat etwa 50.000 Mitglieder (Wikipedia-Link).
Was steckt wirklich hinter dem Blitzwechsel im Vorstand? Unter Axel Kleinlein hatte der BdV den zeitweiligen Schmusekurs mit der Versicherungswirtschaft aufgegeben und war wieder sehr viel kritischer geworden. Kleinlein profilierte sich inbesondere als Kritiker der Riester-Rente und der Lebensversicherung, war sehr präsent in den Medien (Google-Link).
Die Versicherer dürften über die Nachricht erfreut sein, dass ihr „härtester Kritiker“ (so eine Schlagzeile) seinen Posten verloren hat…

[box type=“info“]Nachtrag 25.2.2013: Lesen Sie auf Tagesbriefing.de den Kommentar von Rechtsanwalt Joachim Bluhm zum Rauswurf von Axel Kleinlein beim BdV.[/box]

[box type=“info“]Nachtrag 25.2.2013: Axel Kleinlein schreibt, was aus seiner Sicht beim Bund der Versicherten los war.[/box]

 


Kommentare

karl käfer 29. März 2013 um 23:58

Lasst uns doch mit dem ganzen scheiß in ruhe.
Der bdv schafft sich schon selbst ab.

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MAB 27. März 2013 um 13:04

Wer ist der selben Meinung?

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paul 26. März 2013 um 15:51

Es ist schon sehr ungewöhnlich, dass der Aufsichtsrat des BdV einen versierten Versicherungskritiker und engagierten Verbraucherschützer gegen einen Mann austauscht, Tobias Eric Weissflog, der sich bislang eher auf Finanzbeteiligungen und Firmensanierungen konzentriert hat. Zum Beispiel als Geschäftsführer bei der Emergon Capital Partners GmbH mit Sitz in Düsseldorf oder bei der "TUW Hanse Industriekapital Beteiligungs GmbH" mit Sitz in Hamburg.

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Interner-Kenner 26. März 2013 um 00:42

Das Problem Rudnik besteht seit Jahren. Es ist auch ein Problem der Mitarbeite beim BdV, das sollte nun erkannt werden. Jahrelang scheinen unteschiedliche Interessen, die nicht mit Verbraucherschutz zu tun haben werden, dominiert zu haben. Rudnik und seine Lenensgefährtin Fricke sind Teil dessen. Sie müssten der Verband verlassen, zügig.

Mitglieder könnten nun Ihren Verbleib beim BdV ernsthaft überdenken, ganz sicher aber dürfen Mitarbeite desBdV nicht über mehr als 50.000 Mitglieder dominieren,weil hauptsächlich Mitarbeite anwesend sind. Konsequenz? Mitarbeite dürfen nicht zugleich Vereinsmitglied sein.

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Mitarbeiter BdV 26. März 2013 um 14:27

Für diese Misere sind nicht die Mitarbeiter verantwortlich. Diese haben sich nahezu sämtlich hinter Kleinlein und gegen Rudnik positioniert. Es handelt sich um einen Alleingang des Aufsichtsrates. Dieser wird – mit den Stimmen der Mitarbeiter des BdV – aus seinen Ämtern entfernt werden. Dazu bedarf es einer außerordentlichen Mitgliederversammlung.

Der im Managermagazin Online http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel
vom Aufsichtsratvorsitzenden Gobrecht in Bezug genommene Abwahlversuch 2011 ist an einer List des damals sehr populären Notvorstands Wrocklage gescheitert, indem er erklärt hat,
a) er würde nur in den Aufsichtsrat wechseln, wenn auch Gobrecht dort als Vorsitzender verbleibt
b) die Ausschreibung habe einen hervorragenden Kandidaten hervorgebracht, diesen würde es aber für den BdV nur geben mit dem Aufsichtsrat Gobrecht / Wrocklage. Damit hat Wrocklage die teure Ausschreibung in Geiselhaft genommen für das Fortbestehen des Aufsichtsrates Gobrecht. Ein ebenso schlauer wie widerlicher Schachzug. Er hat funktioniert. – Der Kandidat wurde sodann als neuer Vorstandsvorsitzender präsentiert: Axel Kleinlein.


Mitarbeiter BdV 24. März 2013 um 11:03

Es handelt sich um eine einsame Entscheidung des Aufsichtsrates des Bundes der Versicherten – gegen die Interessen des Vereins und gegen die klare Positionierung der Mitarbeiter. Es gibt nur einen Weg diesen Fehler zu korrigieren – eine außerordentliche Mitgliederversammlung, in welcher der Aufsichtsrat sich erklärt und seiner Abwahl stellt.

Wer Mitglied beim Bund der Versicherten ist sollte also einen Antrag auf Einberufung der Mitgliederversammlung beim Bund der Versicherten stellen.

Wirtschaftliche Probleme des BdV bestehen nicht. Es ist nicht ersichtlich, wie Herr Weissflog dem Verein nutzen soll.

Es trifft nicht zu, was Frank Weimar meint. Auch unter Kleinlein führte der BdV konstruktive Verhandlungen mit GDV und PKV-Verband. Solche Fachgespräche sind auch unvermeidlich, erforderlich und sinnvoll und bedeuten keine Rückkehr zum Kuschelkurs des BdV vor der Bestellung von Axel Kleinlein zum Vorstandsvorsitzenden.

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Anonym 24. März 2013 um 12:44

Im Januar hat der Betriebsrat des BdV Strafanzeige erstattet wegen Veruntreuung (Staatsanwaltschaft Hamburg, Az.: 3103 Js 68/13) – gegen den Aufsichtsrat, den Vorstand Rudnik und eine Angestellte des BdV. Der Aufsichtsrat möchte offenbar einen Vorstand einsetzen, der sich in seinem Sinne um diese Angelegenheit kümmert – und nicht um Verbraucherschutz und Versicherungen. Weissflog dürfte geeignet sein.

Dirk Schrempter 25. März 2013 um 11:15

Danke!

Ulrich Jansen 25. März 2013 um 18:41

Wer Mitglied im BdV ist, kann seine Bitte um Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung schriftlich an den

Betriebsrat des
Bund der Versicherten e. V.
Tiedenkamp 2
24558 Henstedt-Ulzburg

schicken. Der Postweg scheint nötig zu sein.

Ulrich Jansen

Mitarbeiter BdV 27. März 2013 um 10:25

es ist nicht gewährleistet, dass Briefpost den Betriebsrat des Bundes der Versicherten tatsächlich erreicht. Bitte zusätzlich Empfangsbestätigung abfordern unter
betriebsrat@bundderversicherten.de
– bleibt diese aus: Nachhaken.

pro RA Bluhm 27. März 2013 um 10:30

der sicherste Weg ist es über die VerUNsicherten laufen zu lassen http://www.verunsicherte.de/
dort gibt es auch ein Formular für den Antrag


Peter A. Gebhardt 23. März 2013 um 20:08

Sehr bedauerlich, dass ausgerechnet Axel Kleinlein den BdV verlässt.

Unter seiner Führung hatte der BdV die berechtigte Medienpräsenz (und damit verbraucherpolitische Schlagkraft!) zurückgewonnen, die daneben wohl nur das iff-Institut in Hamburg auszeichnet.

Aber wenn schon Politiker nach der Pfeife der Finanzindustrie tanzen, dann werden uns demnächst wohl noch mehr (wirklich vertrauenswürdige!) Vertreter des Verbraucherschutzes abhanden kommen …

Beste Grüße & Danke für die Hintergrund-Info!

Antworten

Frank Weimar 23. März 2013 um 19:51

Was hat Axel Kleinlein denn für die Versicherten erreicht, außer telegen Krawall zu machen? So schlägt er dem BdV alle Türen bei ernsthaften Gesprächspartnern zu.

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Karl Schulze 23. März 2013 um 18:51

Was für eine falsche Entscheidung! Was für ein Verlust für den Verbraucherschutz!
Der Bund der Versicherten schenkt den Versicherern einen Triumph.
Axel Kleinlein wird dem Verbraucherschutz fehlen!

Antworten

Beobachter 23. März 2013 um 15:49

Der Neue scheint ein Sanierer zu sein.Ob es wirtschaftliche Schwierigkeiten gibt?

Antworten

Anton aus Tirol 23. März 2013 um 13:44

Der Bund der Versicherten ist doch eher ein Bund der Versicherungen, da passt Herr Kleinlein einffach nicht rein.

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