DIA: Auf der Hut vorm Institut

Schon wieder lese ich gerade etwas vom DIA, dem „Deutschen Institut für Altersvorsorge„. Sparen, sparen, sparen müssen wir – sonst sehen wir im Alter alt aus. Sagen die DIA-Experten. Deutsch, Institut, gut. Was die Medien allerdings nie mitteilen: Wer hinter diesem so geradezu staatlich wirkenden Institut steckt. Es ist der Deutsche-Bank-Konzern. Das ist im Internet ganz einfach nachzulesen:

Gesellschafter des Instituts sind die Deutsche Bank AG, Deutsche Bank Bauspar AG, DWS Investment GmbH und Deutscher Herold AG, Kooperationspartner ist die Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG.

Bizarr wird es dann, wenn es in Artikeln wie diesem heißt: Vorsorge ist wichtig, sagt DIA. Das bestätigt auch die Deutsche Bank. Die Deutsche Bank bestätigt also sich selbst. Der perfekte Erkenntnis-Kreislauf. Wie gut, dass Journalisten immer mindestens zwei Quellen fragen…

Neutral klingende Institute als PR-Instrument gibt es mehrere, etwa:

Deutsches Aktieninstitut. Es hat immer mal wieder eine Erfolgsgeschichte über Aktien auf Lager, kein Wunder: Gegründet wurde es als „Arbeitskreis zur Förderung der Aktie„. Der Name hat sich geändert, geblieben ist der Auftrag: „Als Verband der börsennotierten und im Umfeld der Börse tätigen Unternehmen und Institutionen der Förderung der Aktienakzeptanz in Deutschland verpflichtet“ (Imagebroschüre).

Institut für Städtebau, Wohnungswirtschaft und Bausparwesen. In den Medien ist zumeist nur vom „Städtebauinstitut“ zu lesen und den Erkenntnissen, wie dufte Immobilien für die Altersvorsorge sind. Auch das ist kein Wunder: Das Institut ist praktisch identisch mit dem Verband der Privaten Bausparkassen in Berlin, beide sitzen sogar an der selben Adresse.

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