Kann ich eine App umtauschen?

Apps fürs iphone, für itunes, Apps natürlich auch für Android-Smartphone oder Tablets: Viele Apps sind kostenlos, gleichwohl hat sich ein riesiger Markt für Kauf-Apps entwickelt. Manchmal stellte sich jedoch nach dem Download Enttäuschung ein: Kann man dann eine App umtauschen?

Das Widerrufsrecht beim App-Kauf

Obwohl beim App-Kauf ein Fernabsatzgeschäft vorliegt, haben App-Käufer zudem kein generelles Widerrufsrecht, da die Lieferung der Ware, also in diesem Fall der Download, unverzüglich nach dem Kauf erfolgt. Wer eine unnütze App herunterlädt, muss sich bei den meisten Anbietern an den Kundenservice wenden und dort den Umtausch-Wunsch genau begründen.

Das Umtausch-Recht beim App-Kauf

Eine gesetzliche Grundlage für einen Umtausch fehlerfreier Waren und somit auch Software gibt es dabei nicht, heißt es bei der ARAG Rechtsschutzversicherung, Düsseldorf: Rein juristisch haben App-Käufer nur dann Anspruch auf Ersatz (Gewährleistungsanspruch), wenn die Ware beim Kauf fehlerhaft oder mangelhaft war.

Die App-Store-Bedingungen für Umtausch

Je nach App-Store sind die Bedingungen und Vorgehensweisen bei Fehl-Käufen sehr unterschiedlich. Apple weist bereits in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen darauf hin, dass Apps nur umgetauscht werden können, wenn der Download „unakzeptabel schlecht“ ist. Im Apple App Store müssen Kunden schon eine gute Begründung parat haben, wenn sie ihr Geld erstattet haben wollen.

  • Ein recht großzügiges Angebot macht hingegen Google in seinem Android Market: Wer hier eine App kauft, hat beispielsweise ein 15-minütiges Umtauschrecht. Die App kann auch dann umgetauscht werden, wenn sie dem Käufer nicht gefällt.
  • Windows-Phone-7-Nutzer haben es hingegen leicht: Sie profitieren im Windows Phone Marketplace von der sogenannten „Try before you buy“-Funktion.

Weiterverkauf/ Verschenken von Apps

Wenn man eine App also geladen hat, bevor man bemerkt, dass man diese gar nicht benötigt, kann man sie doch eventuell weitergeben oder verkaufen. Der Europäische Gerichtshof hat den Verkauf gebrauchter Download-Software grundsätzlich erlaubt. Hersteller dürfen es Kunden daher nicht verbieten, Lizenzen weiter zu verkaufen. Dieses Recht hat jedoch Grenzen, so die ARAG. Denn Hersteller können den Wiederverkauf  oder Weitergabe verhindern. Dies hat das EuGH in seinem Urteil nicht beschränkt oder für unzulässig erklärt.

Dies bedeutet in der Praxis: Die Hersteller der Apps sind keineswegs gezwungen, es zu ermöglichen, dass diese weiterverkauft werden kann. Hat die Software eine künstliche Einschränkung und ist beispielsweise an ein persönliches Nutzerkonto (wie bei iTunes) gebunden oder auf eine bestimmte Hardware aktiviert, ist dies aus rechtlicher Sicht vollkommen legal. Programme aus dem Mac App Store oder dem iTunes App Store können also weiterhin nicht an andere weiterverkauft werden.

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