Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz: Das ist für 2013 geplant

Das „Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz“ (AltvVerbG) und das „Gesetz zur Stärkung der Alterssicherung“ sind zwei Gesetzesvorhaben, die 2013 wesentliche Änderungen bei der Altersvorsorge mit sich bringen werden, unter anderem bei der Riester-Rente, Rürup-Rente und gesetzlicher Rente. Was ist geplant? Wie ist der Stand? Der Finanzvertrieb MLP hat die wesentliche Punkte zusammengefasst.

1. Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz (AltvVerbG)

Zum Gesetzesentwurf gab es kürzlich eine öffentliche Expertenanhörung im Finanzausschuss. Mit den Ergebnissen wird sich der Ausschuss im Nachgang auseinandersetzen, bevor es zu einer weiteren Lesung im Bundestag kommt. Folgende Maßnahmen sind Gegenstand des Gesetzentwurfes:

  • Erhöhung der Förderhöchstgrenzen in der Basis-Rente (Schicht 1, „Rürup-Rente„): Statt 20.000 Euro sollen die Sparer im Jahr 2025 bis zu 24.000 Euro absetzen können (48.000 für gemeinsam veranlagte Verheiratete). 76 Prozent davon – also der 2013 ansetzbare Anteil – wären dann 18.240 beziehungsweise 36.480 Euro.
  • Förderung der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU): Beiträge zur Absicherung der Berufs- und Erwerbsunfähigkeit sollen im Rahmen des Abzugsvolumens der BasisVersorgung geltend gemacht werden können. Damit würde eine selbstständige BU in einem weitaus größeren Maße steuerlich absetzbar werden. Allerdings soll dies nur für speziell zertifizierte Verträge gelten, die mit der Berufsunfähigkeitsrente auch eine lebenslange Rente im Leistungsfall bieten sollen. Solche Produkte existieren bisher noch nicht – und stellen den Versicherer vor große Herausforderungen bei der Kalkulation eines für den Kunden tragbaren Preis-Leistungsverhältnisses.
  • Neue Produktinformationsblätter (PIBs) für Basis- und Riester-Renten: Einheitliche PIBs sollen die Transparenz und den Produktvergleich  verbessern.
  • Anpassungen bei Riester-Rente: Es ist eine branchenweit einheitliche Kostenregelung im Falle eines Anbieterwechsels geplant.
  • Mehr Flexibilität für Wohn-Riester: Bei der Eigenheimrente soll u. a. für selbst genutztes Wohneigentum in der Ansparphase in bestimmten Fällen jederzeit eine Kapitalentnahme möglich sein, um beispielsweise die Wohnung barrierefrei umzubauen.

[box type=“download“ size=“large“]Download beim Bundesfinanzministerium (BMF): Entwurf des Gesetzes zur Verbesserung der steuerlichen Förderung der privaten Altersvorsorge (Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz – AltvVerbG) (PDF, 188,3 KB)[/box]

2. Gesetz zur Stärkung der Alterssicherung

Der Gesetzesentwurf wurde im August vorgelegt und wird derzeit noch in den entsprechenden Gremien beraten. Mit einer Umsetzung wird frühestens Mitte 2013 gerechnet.

  • Lebensleistungsrente: Mit dem steuerfinanzierten Rentenzuschuss sollen Geringverdiener, die mehr als 40 Rentenbeitragsjahre angesammelt und zusätzlich privat vorgesorgt haben, eine Rente über der Leistung der Grundsicherung ermöglicht werden.
  • Erwerbsminderungsrente: Zurechnungszeit soll stufenweise von 60 auf 62 Jahre ansteigen, um so auch die Erhöhung des Renteneintrittsalters nachzuvollziehen.
  • Flexiblere Lebensarbeitszeit mit Kombi-Rente: Arbeiten in den letzten Jahren der Arbeitszeit soll zum Beispiel durch Arbeitszeitkonten, die über die Beschäftigungsjahre aufgebaut und im Alter erst abgerufen werden, flexibler möglich sein. Weiterhin soll die individuelle Hinzuverdienstgrenze erhöht werden und ein Einkommen aus Rente und Hinzuverdienst in der Höhe des früheren Einkommens ermöglichen.

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