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Aktienfonds: Ohne Ausgabeaufschlag, ohne Bestandsprovision möglich

Die Corona-Krise hat die Aktienkurse zunächst einbrechen lassen. Wer mutig war, konnte aber seitdem ein ordentliches Plus erzielen. Wer an eine weitere Erholung glaubt, könnte mit Fonds daran partizipieren. Dabei sollten folgende Regeln beachtet werden.

Ansparplan: Wer über einen Ansparplan regelmäßig für einen festen Sparbetrag Fondsanteile kauft, entgeht dem typischen Reflex, nur in guten Börsenzeiten mit hohen Kursen zu investieren. Beim Ansparplan nutzt der Anleger vielmehr den sogenannten Cost-Average-Effekt, den Durchschnittskosteneffekt: In guten Börsenzeiten erhält er für seinen festen Sparbetrag weniger, in schlechten Börsenzeiten mehr Fondsanteile. Dadurch ergibt sich langfristig ein niedriger Durchschnittspreis im Vergleich zu dem Anleger, der immer eine feste Anzahl von Fondsanteilen kauft.

Sind beispielsweise 100 Euro als Sparbetrag vereinbart, so erhält der Anleger bei einem Anteilspreis von 40 Euro 2,5 Anteile am Fonds gutschrieben. Steigt der Anteilspreis auf 50 Euro, sind es zwei Anteile; fällt der Anteilspreis auf 30 Euro, sind es 3,33 Anteile. Bei den Kaufintervallen hat der Anleger die Wahl: Er kann jeden Monat einen Sparbetrag abbuchen und neu investieren lassen, möglich sind aber bei den meisten Anbietern von Fondssparplänen auch quartalsweise, halbjährliche oder jährliche Einzahlungen.
Fondsauswahl: Neben der bisherigen Wertentwicklung sind die Kosten wichtig. Die bisherige Wertentwicklung gibt keine Garantie für die Zukunft. Aber ein Fonds, der über einen längeren Zeitraum, z.B. über fünf Jahre, in der Spitzengruppe war, wird seinen Ruf vermutlich weiterhin verteidigen wollen. Monatlich aktualisierte Ranglisten veröffentlicht unter anderem das Magazin Finanztest der Stiftung Warentest.

Einen Blick sind ebenfalls die Kosten wert, denn eine „Total Expense Ratio“ (TER, Gesamtkostenquote) von zum Beispiel zwei Prozent bedeutet: Bei einem Wertzuwachs von acht Prozent bleiben nur knapp sechs Prozent für den Anleger übrig. Ein teures Management und damit hohe Kosten bringen keineswegs automatisch mehr Rendite. Etwa die Hälfte der Kosten hängt zusammen mit Bestandsprovisionen, die an die Bank gezahlt werden, die den Fonds verkauft hat.

Ausgabeaufschläge (Abschlussprovisionen): Für die meisten Fonds soll der Anleger Ausgabeaufschläge zahlen, bei Aktienfonds sind das in der Regel fünf Prozent. Von 100 Euro bleiben durch diese Vertriebsprovision nur 95,24 Euro übrig, die investiert werden. Gerade bei langfristig angelegten Sparplänen sollte darüber verhandelt werden. Da die meisten Direktbanken Rabatte auf die Ausgabeaufschläge bieten oder ganz darauf verzichten, sind herkömmliche Banken mittlerweile meist gesprächsbereit. Via Fondsvermittler im Internet gibt es fast immer eine vollständige Erstattung von Ausgabeaufschlägen.

Bestandsprovisionen: Auch die laufenden Provisionen werden von einigen wenigen Finanzvermittern im Internet mittlerweile erstattet. Ein Modell ist dabei, dass mindestens die Hälfte erstattet wird oder die volle Bestandsprovision gegen eine Monatspauschale von 15 Euro. Laut Stiftung Warentest lohnt sich eine solche Monatspauschale ab einem Fondsvolumen von etwa 75.000 Euro.
Anspardauer: Bei einem Fondssparplan mit Aktienfonds sollte der Anleger mindestens eine Laufzeit von 10, besser jedoch 15 Jahren veranschlagen. Dieser Lange Zeitraum hilft, die üblichen Höhen und Tiefen an der Börse auszugleichen und insgesamt zu einem guten Ergebnis zu kommen. Verkehrt wäre es, beim ersten Kurssturz auszusteigen. Gerade dann sollte weitergespart werden, da man mehr Fondsanteile für das gleiche Geld gutgeschrieben bekommt als vor dem Kurssturz.

Wer einen Auszahl-Termin vor Augen hat, etwa den Beginn des Ruhestandes, sollte bei bis dahin guter Kursentwicklung drei bis fünf Jahre vorher das Geld aus den launischen Aktienfonds abziehen und in sicherere Anlagen umschichten, etwa festverzinsliche Wertpapiere oder Rentenfonds. Verluste zum Auszahltermin können jedoch nie ganz ausgeschlossen werden. Deshalb sollte nach dem angestrebten Auszahltermin unbedingt ein Zeitraum eingeplant werden, den man notfalls noch bis zur Verfügung über das Vermögen abwarten kann. Ftx



Bewertungen & Erfahrungen: Finanzexperte Andreas Kunze » Aktienfonds: Ohne Ausgabeaufschlag, ohne Bestandsprovision möglich