18. Dezember 2012 | Autor:

Verbraucherzentrale NRW contra Verbraucherschutz-Verein/ verbraucherschutz.de

Verbraucherschutz_verbrauchzentrale_kritik

Die Verbraucherzentrale NRW warnt vor “Verbraucherschutz.de” und dem dahinterstehenden Verein VBS Verbraucherschutz e.V.: Firmen könnten für eine Gebühr von bis zu mehreren Tausend Euro ein “verbraucherschutz.de”-Siegel kaufen. Das “dubiose Treiben” beschäftige schon die Gerichte, schreibt die Verbraucherzentrale NRW. Der Verbraucherschutz-Verein wehrt sich gegen die Vorwürfe und meint: Die Verbraucherzentrale NRW stänkert gegen uns als unliebsamen Konkurrenten.

In der Mitteilung schoss die Verbraucherzentrale NRW unlängst scharf gegen den im norddeutschen Seevetal ansässigen Verein. Mit dem “verbraucherschutz.de”-Siegel würden bundesweit mittlerweile rund 150 Unternehmen auf Kundenfang gehen, so die Erfahrungen der Verbraucherzentrale NRW. Jede dritte von VBS Verbraucherschutz e.V. empfohlene Firma sei entweder entweder als Schlüsseldienst, Finanzdienstleister oder Bestatter tätig. An Geld komme der Verein über eine “ominöse Verwaltungsgebühr”, die Siegel-Träger zahlen müssten.

Verwaltungsgebühr für Empfehlung von Verbraucherschutz-Verein

Laut Verbraucherzentrale NRW habe ein bundesweit tätiges Matratzen-Outlet erklärt, circa 2.000 Euro im Monat gezahlt zu haben, und zwar für die Bearbeitung von Verbraucheranfragen.  ”Unser Unternehmen wurde nicht wirklich geprüft, sondern es wurde davon ausgegangen, dass wir alle Bedingungen erfüllen, die ein solches Siegel rechtfertigt”, zitiert die Verbraucherzentrale eine Mitarbeiterin der Firma. Für die Verbraucherzentrale NRW ist der Verein daher schlichtweg ein “Siegel-Verkäufer”. Das Oberlandesgericht Dresden untersagte vor kurzem der Unister GmbH, auf ihren Internetportalen, wie etwa Fluege.de und Ab-in-den-Urlaub.de, mit dem “verbraucherschutz.de”-Siegel zu werben. Es entstehe der “irreführende Eindruck”, die Empfehlungen beruhten auf einer objektiven Bewertungsmethode (Az.: 14 U 167/12, rechtskräftig).

Nachtrag 24.1.2013:  Verbraucherschutz.de hat mitgeteilt, in einem Verfahren vor dem OLG Celle eine Unterlassungserklärung abgeben zu wollen. Diese Unterlassungserklärung beziehen sich auf das früher verwendete Empfehlungszeichen, das nicht mehr verwendet werde. Der Rechtsstreit mit der abmahnenden Verbraucherzentrale werde so beigelegt.

Unister wurde Verbraucherschutz.de-Werbung verboten

Eine Sprecherin von VBS Verbraucherschutz e.V. erklärte auf Finblog-Anfrage, die Verbraucherzentrale NRW wolle offenkundig Konkurrenz schlecht machen, die ohne staatliche Subventionen und Gebühren von Verbrauchern seine Arbeit erledige. Verbraucherzentralen sind ebenfalls Vereine, nicht Behörden. Sie erhalten staatliche Zuschüsse in Millionenhöhe und berechen z.B. Gebühren für bestimmte Beratungen. Verbraucherschutz.de indes finanziere sich allein aus den Gebühren der Unternehmen. Je nach Größe würden die Gebühren ab 25 Euro betragen. Der Verein bestätigte, dass die Empfehlung lediglich auf Eigenangaben des Unternehmens beruhe – das sei eine Art Serviceversprechen, das von VBS Verbraucherschutz e.V. dann regelmäßig überprüft werde.

Verbraucherschutz.de-Siegel nach Eigenangaben

Das “Siegel” wurde wegen der Entscheidung des OLG Dresden geändert. Bei Verbraucherschutz.de heißt es dazu auf der Homepage:

Unser bisheriges Empfehlungszeichen wurde leider manchmal durch seine Stempelform mit einem Gütesiegel verwechselt. Bei Gütesiegeln wird ein Unternehmen oder ein Produkt nach bestimmten Kriterien geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung kann das Gütesiegel dann verliehen werden. Der Nachteil: Viele Firmen werben mit Gütesiegeln, die vor vielen Jahren einmal vergeben wurden. Achten Sie daher unbedingt auf die Aktualität!

Telefonnummer Verbraucherschutz.de online nicht zu finden

Die Verbraucherschützer aus Seevetal finden, dass sie den Verbrauchern helfen, u.a. weil sie bei Beschwerden schnell bei Unternehmen per Mail nachhaken würden. Die Kommunikation laufe vor allem übers Internet (eine Telefonnummer ist deshalb wohl online nicht zu finden). Die Verbraucherzentralen seien da viel träger. Seine Arbeit beschreibt der VBS Verbraucherschutz e.V. im nachfolgenden Video.

Was denken Sie darüber, welche Erfahrungen haben Sie mit dem Verein Verbraucherschutz gemacht? Schreiben Sie mir!

Bewertungen

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Meinungen/Erfahrungen

Meinungen

  1. sky sagt:

    Hallo an alle,

    ich habe auch Erfahrungen mit dem Verbraucherschutz. Ich kann nur sagen, das mich der verein schon sehr wundert. ich habe nach langer zeit einen Beitrag veröffentlich bekommen. War auch viel Druck von mir nötig. Die Mitarbeiteren hatte nun nichts besseres zu tun als den beitrag zu kommentieren und zu entkräften. das macht doch eigentlich die Firma selber. wenn man aber beazhlt wird, so ist das natürlich im Servie enthalten. Wie die Firmen mit dem Siegel Werben sagt mir, das es als mehr verkauft werden soll als es wirklich ist. Es sit nur ein versprechen ( bezahlt) und nicht eine Auszeichnung aufgrund von Leistungen. Das ist als wenn man das TÜV Zeichen bezahlt und auf jede Rostlaube selber kleben kann. Wo bleibt da der Verbraucherschutz?

  2. Martin Eisengardt sagt:

    Warnungen und Nachweise von wirklich teils an Betrug erinnerndes Verhalten werden gar nicht erst veröffentlicht. Sie werden vollständig ignoriert. Dieser Verein hilft auch nur da, wo er helfen will oder veröfentlicht nur die Fälle, wo er selbst gut dasteht. Soweit kommt es mir vor.

    Ich wurde beispielsweise komplett ignoriert. Auf die Verbraucherzentralen kann man sich wenigstens bis zu einem gewissen Punkt verlassen, auf diesen Verein nicht. Wem sie helfen, gut, der sollte sich freuen darüber. Aber das Selbstverständnis dieses Vereins erinnert eher an eine gekaufte PR-Abteilung denn an einen Verbraucherschutz,

    • auch ein kleiner Dav sagt:

      Martin,
      hast du dich mal gefragt wie groß der Verein ist und die Mitarbeiterzahl die
      die vielen Anfragen bearbeiten. Was denkst du haben die sovile Mitarbeiter wie
      die Verbraucherzentralen?

       

      Hast
      du mal darüber nachgedacht:

       

      Warum
      bekämpft die Verbraucherzentrale, die Millionen an Fördergeld vom Staat bekommt
      einen Verein, der uns Verbrauchern kostenlos hilft? Immer wieder wird von der
      Verbraucherzentrale hervorgehoben, dass die Firmen für die Empfehlung von Verbraucherschutz.de
      eine Verwaltungsgebühr bezahlen, Die kostenlose Hilfe für uns Verbraucher wird
      geflissentlich unter den Tisch gekehrt. Klar, die haben ja genug, wer bekommt
      eigentlich das viele Fördergeld? Wir Verbraucher müssen für Beratungen bei den Verbraucherzentralen
      zahlen und werden bei Versicherungsfragen dann an den Makler um die Ecke
      verwiesen. Toll da hätte ich auch ohne Beratung hingehen können und hätte mir
      das Beratungsgeld sparen können.

       

      Ich
      finde es klasse, dass es diesen Verein gibt, auf der Seite gibt viele Informationen,
      die mich schon davor bewahrt haben bei dubiosen Onlineshops einzukaufen. Warum
      warnt die Verbraucherzententrale nicht auch vor den kleinen betrügerischen
      Anbietern im Netz? Nee die machen sich nur an die Großen ran, denn da können
      Sie mehr dran verdienen und Konkurrenz wird in Grund und Boden verklagt damit die
      kaputt geht oder aufgibt.

       

      Liebes
      Team von Verbraucherschutz,de BITTE gebt nicht auf!

      WIR
      BRAUCHEN EUCH

    • WSt sagt:

      Was haben die dir für diesen Mist gezahlt?, "kleiner Dav"?

  3. Sabine sagt:

    Mir hat Verbraucherschutz.de schnell bei Ärger mit meiner Versicherung geholfen. Ich kann den Verein nur empfehlen.

  4. Grit sagt:

    Hallo,ich habe die Hilfe von verbraucherschutz.de schon zwei Mal in Anspruch genommen. Eine kleine Geschichte, bei Fielmann ("Streitwert" € 30)aber auch ein Riesending bei meiner KFZ Versicherung DA Direkt. Da ging es um über € 9.000,00 Kaskoschaden, den mir die DA nicht auszahlen wollte.
    Nach über einem Jahr Verschläppungstaktik und gefühlten 30 Briefen weiter, schaltete ich meinen Anwalt ein, der mir sagte, dass hier eine 50:50%ige Gewinnchance vorliegt, da ich mich in 2 Punkten der AGB nicht 100% korrekt verhalten hatte. Da ich mir mit diesen Aussichten keinen Rechtsstreit leisten konnte und endlich auch wieder ein fahrbereites Auto brauchte, suchte ich bei Verbraucherschutz.de Hilfe. Ein Versicherungsprofi, Herr B. rief mich dann an und stellte mir diverse Fragen – 8 Tage später hatte ich das gesamte Geld von meiner Versicherung. Die sind wirklich echt top auf Zack – ich bin dem Mann über alles dankbar !!!!

  5. Maike sagt:

    Ich finde Verbraucherschutz.de sollte offenlegen, wie viel Geld sie jeweils von den Unternehmen bekommen. So viel Transparenz muss sein.

    • UWE 2010 sagt:

      Was zahlen denn die Unternehmen bei Trusted shop? oder Den TÜV Siegeln?
      Maike sollen die das dann auch offenlegen?

  6. Dernabel sagt:

    Konkurrenz belebt das Geschäft sagt man! Wenn ein Unternehmen mit seinem Versprechen Seriöse Dienste zu vollrichten und dann durch jeden Verbraucher beaufsichtigt wird, dann ist die Welt ein klein wenig sicherer geworden. Nicht jeder Internetseite oder Firma mit Siegel und anderen Urkunden kann man dadurch mehr vertrauen.

  7. André Rabenst sagt:

    Die Idee, Transparenz in die z.T. fragwürdigen Geschäftsmodelle von Online-Shops, Schlüsseldiensten oder Finanzdienstleistern zu bringen empfinde ich als wichtig. Leider haben die staatlich geförderten Verbraucherzentralen hier in der Vergangenheit zu wenig Engagement gezeigt. Die Idee zu einem „Bürger“-Portal hätte von dieser Seite kommen müssen. Eine private Initiative kann insofern dem Verbraucher nicht schaden, wenn dieser die Möglichkeit erhält auf einer Plattform – für jeden nachvollziehbar und offen – seine Erfahrungen mit den Firmen kundzutun. Dies führt zu Transparenz und wird sich langfristig in der Qualität der Unternehmen widerspiegeln.

    Unser Geschäftsmodell beim Rentablo Verbraucherportal basiert auch auf Transparenz. Deshalb stellen auch wir uns ganz bewußt der offenen Bewertung durch unsere Kunden auf verbraucherschutz.de. Aus eigener Erfahrung kann ich deshalb sagen, dass wir uns mehreren intensiven und strukturieren Interviews unterziehen und unsere Auskünfte auch schriftlich dokumentieren mußten, bevor wir auf der Seite von verbraucherschutz.de empfohlen wurden.

    Die Diskussion der Verbraucherzentralen, ob eine Empfehlung als Siegel gewertet wird oder nicht, ist aus meiner Sicht überflüssig – Transparenz ist die Grundlage von Vertrauen.

    André Rabenstein
    http://www.rentablo.de

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