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Verbraucherzentrale NRW contra Verbraucherschutz-Verein/ verbraucherschutz.de

Zuletzt aktualisiert: 7. Juli 2013

Die Verbraucherzentrale NRW warnt vor „Verbraucherschutz.de“ und dem dahinterstehenden Verein VBS Verbraucherschutz e.V.: Firmen könnten für eine Gebühr von bis zu mehreren Tausend Euro ein „verbraucherschutz.de“-Siegel kaufen. Das „dubiose Treiben“ beschäftige schon die Gerichte, schreibt die Verbraucherzentrale NRW. Der Verbraucherschutz-Verein wehrt sich gegen die Vorwürfe und meint: Die Verbraucherzentrale NRW stänkert gegen uns als unliebsamen Konkurrenten.

In der Mitteilung schoss die Verbraucherzentrale NRW unlängst scharf gegen den im norddeutschen Seevetal ansässigen Verein. Mit dem „verbraucherschutz.de“-Siegel würden bundesweit mittlerweile rund 150 Unternehmen auf Kundenfang gehen, so die Erfahrungen der Verbraucherzentrale NRW. Jede dritte von VBS Verbraucherschutz e.V. empfohlene Firma sei entweder entweder als Schlüsseldienst, Finanzdienstleister oder Bestatter tätig. An Geld komme der Verein über eine „ominöse Verwaltungsgebühr“, die Siegel-Träger zahlen müssten.

Verwaltungsgebühr für Empfehlung von Verbraucherschutz-Verein

Laut Verbraucherzentrale NRW habe ein bundesweit tätiges Matratzen-Outlet erklärt, circa 2.000 Euro im Monat gezahlt zu haben, und zwar für die Bearbeitung von Verbraucheranfragen.  „Unser Unternehmen wurde nicht wirklich geprüft, sondern es wurde davon ausgegangen, dass wir alle Bedingungen erfüllen, die ein solches Siegel rechtfertigt“, zitiert die Verbraucherzentrale eine Mitarbeiterin der Firma. Für die Verbraucherzentrale NRW ist der Verein daher schlichtweg ein „Siegel-Verkäufer“. Das Oberlandesgericht Dresden untersagte vor kurzem der Unister GmbH, auf ihren Internetportalen, wie etwa Fluege.de und Ab-in-den-Urlaub.de, mit dem „verbraucherschutz.de“-Siegel zu werben. Es entstehe der „irreführende Eindruck“, die Empfehlungen beruhten auf einer objektiven Bewertungsmethode (Az.: 14 U 167/12, rechtskräftig).


[box]Nachtrag 24.1.2013:  Verbraucherschutz.de hat mitgeteilt, in einem Verfahren vor dem OLG Celle eine Unterlassungserklärung abgeben zu wollen. Diese Unterlassungserklärung beziehen sich auf das früher verwendete Empfehlungszeichen, das nicht mehr verwendet werde. Der Rechtsstreit mit der abmahnenden Verbraucherzentrale werde so beigelegt.[/box]

Unister wurde Verbraucherschutz.de-Werbung verboten

Eine Sprecherin von VBS Verbraucherschutz e.V. erklärte auf Finblog-Anfrage, die Verbraucherzentrale NRW wolle offenkundig Konkurrenz schlecht machen, die ohne staatliche Subventionen und Gebühren von Verbrauchern seine Arbeit erledige. Verbraucherzentralen sind ebenfalls Vereine, nicht Behörden. Sie erhalten staatliche Zuschüsse in Millionenhöhe und berechen z.B. Gebühren für bestimmte Beratungen. Verbraucherschutz.de indes finanziere sich allein aus den Gebühren der Unternehmen. Je nach Größe würden die Gebühren ab 25 Euro betragen. Der Verein bestätigte, dass die Empfehlung lediglich auf Eigenangaben des Unternehmens beruhe – das sei eine Art Serviceversprechen, das von VBS Verbraucherschutz e.V. dann regelmäßig überprüft werde.

Verbraucherschutz.de-Siegel nach Eigenangaben

Das „Siegel“ wurde wegen der Entscheidung des OLG Dresden geändert. Bei Verbraucherschutz.de heißt es dazu auf der Homepage:

Unser bisheriges Empfehlungszeichen wurde leider manchmal durch seine Stempelform mit einem Gütesiegel verwechselt. Bei Gütesiegeln wird ein Unternehmen oder ein Produkt nach bestimmten Kriterien geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung kann das Gütesiegel dann verliehen werden. Der Nachteil: Viele Firmen werben mit Gütesiegeln, die vor vielen Jahren einmal vergeben wurden. Achten Sie daher unbedingt auf die Aktualität!

Telefonnummer Verbraucherschutz.de online nicht zu finden

Die Verbraucherschützer aus Seevetal finden, dass sie den Verbrauchern helfen, u.a. weil sie bei Beschwerden schnell bei Unternehmen per Mail nachhaken würden. Die Kommunikation laufe vor allem übers Internet (eine Telefonnummer ist deshalb wohl online nicht zu finden). Die Verbraucherzentralen seien da viel träger. Seine Arbeit beschreibt der VBS Verbraucherschutz e.V. im nachfolgenden Video.

Was denken Sie darüber, welche Erfahrungen haben Sie mit dem Verein Verbraucherschutz gemacht? Schreiben Sie mir!



Kommentare


Thoß 18. Dezember 2016 um 21:01

Wir sehen hier nichts verwerfliches. Denn auch einer Verbraucherzentrale liegt nicht immer richtig, wenn es um Preise für Notdienste geht. So braucht man NUR eine Anfahrt für eine ERBRACHTE Leistung bringen, aber nicht für s.g. „STORNO“. Hier sehen es die VBZ gerne anders.

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George 10. September 2016 um 22:58

Verbraucherschutz – Vertrauensvorschuss???

Ich bin nicht zuletzt auch wegen des Empfehlungszeichens von Verbraucherschutz.de auf einen Shop hereingefallen, bei dem ich eine absolut minderwertige Mobile Beschallungsanlage „Made in China“ zu einem Höchstpreis unter Vorspiegelung falscher Tatsachen eingekauft hatte.
Dabei gab und gibt Verbraucherschutz.de nach einem Klick auf das Signet folgendes Versprechen:

“Des Kaufmanns Ehre ist die Einhaltung des gegebenen Wortes
Respekt:
Diese Firma hat das Signet vom Verbraucherschutz.de erhalten, da sie uns ein Serviceversprechen gab und zugestimmt hat, dass 100 Millionen Verbraucher nun ihre Kundenfreundlichkeit und unseren Vertrauensvorschuss kontrollieren.“

Das bedeutet also (?)

Verbraucherschutz.de erteilt (gegen eine monatliche Servicepauschale) aufgrund eines (ungeprüften) „Serviceversprechens“ des Händlers ein „Signet“, dass dann „100 Millionen Verbraucher“ „kontrollieren“ sollen?

Da vor mir scheinbar keiner der „100 Millionen Verbraucher“ den Shop kontrolliert hat, habe ich in meinem Fall wohl Pech gehabt.

So schenkte ich am Ende mein Vertrauen lieber nicht Verbraucherschutz.de, sondern einem Anwalt – mit Erfolg.

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Opfer 16. Mai 2015 um 12:11

Mir hat verbraucherschutz .de auf jeden Fall etwas gebracht. Aus Dummheit (ich zahlte auf Vorkasse) bin ich auf einen unseriösen Online-Händler hereingefallen. Ich kann mich vorbehaltslos der Meinung von André Rabenst anschließen in Bezug auf den Erfahrungsaustausch mit anderen Geschädigten, den diese Plattform bietet.

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sky 19. September 2013 um 07:21

Hallo an alle,

ich habe auch Erfahrungen mit dem Verbraucherschutz. Ich kann nur sagen, das mich der verein schon sehr wundert. ich habe nach langer zeit einen Beitrag veröffentlich bekommen. War auch viel Druck von mir nötig. Die Mitarbeiteren hatte nun nichts besseres zu tun als den beitrag zu kommentieren und zu entkräften. das macht doch eigentlich die Firma selber. wenn man aber beazhlt wird, so ist das natürlich im Servie enthalten. Wie die Firmen mit dem Siegel Werben sagt mir, das es als mehr verkauft werden soll als es wirklich ist. Es sit nur ein versprechen ( bezahlt) und nicht eine Auszeichnung aufgrund von Leistungen. Das ist als wenn man das TÜV Zeichen bezahlt und auf jede Rostlaube selber kleben kann. Wo bleibt da der Verbraucherschutz?

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Martin Eisengardt 6. Januar 2013 um 20:05

Warnungen und Nachweise von wirklich teils an Betrug erinnerndes Verhalten werden gar nicht erst veröffentlicht. Sie werden vollständig ignoriert. Dieser Verein hilft auch nur da, wo er helfen will oder veröfentlicht nur die Fälle, wo er selbst gut dasteht. Soweit kommt es mir vor.

Ich wurde beispielsweise komplett ignoriert. Auf die Verbraucherzentralen kann man sich wenigstens bis zu einem gewissen Punkt verlassen, auf diesen Verein nicht. Wem sie helfen, gut, der sollte sich freuen darüber. Aber das Selbstverständnis dieses Vereins erinnert eher an eine gekaufte PR-Abteilung denn an einen Verbraucherschutz,

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auch ein kleiner Dav 8. Februar 2013 um 18:43

Martin,
hast du dich mal gefragt wie groß der Verein ist und die Mitarbeiterzahl die
die vielen Anfragen bearbeiten. Was denkst du haben die sovile Mitarbeiter wie
die Verbraucherzentralen?

 

Hast
du mal darüber nachgedacht:

 

Warum
bekämpft die Verbraucherzentrale, die Millionen an Fördergeld vom Staat bekommt
einen Verein, der uns Verbrauchern kostenlos hilft? Immer wieder wird von der
Verbraucherzentrale hervorgehoben, dass die Firmen für die Empfehlung von Verbraucherschutz.de
eine Verwaltungsgebühr bezahlen, Die kostenlose Hilfe für uns Verbraucher wird
geflissentlich unter den Tisch gekehrt. Klar, die haben ja genug, wer bekommt
eigentlich das viele Fördergeld? Wir Verbraucher müssen für Beratungen bei den Verbraucherzentralen
zahlen und werden bei Versicherungsfragen dann an den Makler um die Ecke
verwiesen. Toll da hätte ich auch ohne Beratung hingehen können und hätte mir
das Beratungsgeld sparen können.

 

Ich
finde es klasse, dass es diesen Verein gibt, auf der Seite gibt viele Informationen,
die mich schon davor bewahrt haben bei dubiosen Onlineshops einzukaufen. Warum
warnt die Verbraucherzententrale nicht auch vor den kleinen betrügerischen
Anbietern im Netz? Nee die machen sich nur an die Großen ran, denn da können
Sie mehr dran verdienen und Konkurrenz wird in Grund und Boden verklagt damit die
kaputt geht oder aufgibt.

 

Liebes
Team von Verbraucherschutz,de BITTE gebt nicht auf!

WIR
BRAUCHEN EUCH

WSt 10. März 2013 um 18:49

Was haben die dir für diesen Mist gezahlt?, "kleiner Dav"?


Sabine 23. Dezember 2012 um 00:44

Mir hat Verbraucherschutz.de schnell bei Ärger mit meiner Versicherung geholfen. Ich kann den Verein nur empfehlen.

Antworten

Grit 20. Dezember 2012 um 09:10

Hallo,ich habe die Hilfe von verbraucherschutz.de schon zwei Mal in Anspruch genommen. Eine kleine Geschichte, bei Fielmann ("Streitwert" € 30)aber auch ein Riesending bei meiner KFZ Versicherung DA Direkt. Da ging es um über € 9.000,00 Kaskoschaden, den mir die DA nicht auszahlen wollte.
Nach über einem Jahr Verschläppungstaktik und gefühlten 30 Briefen weiter, schaltete ich meinen Anwalt ein, der mir sagte, dass hier eine 50:50%ige Gewinnchance vorliegt, da ich mich in 2 Punkten der AGB nicht 100% korrekt verhalten hatte. Da ich mir mit diesen Aussichten keinen Rechtsstreit leisten konnte und endlich auch wieder ein fahrbereites Auto brauchte, suchte ich bei Verbraucherschutz.de Hilfe. Ein Versicherungsprofi, Herr B. rief mich dann an und stellte mir diverse Fragen – 8 Tage später hatte ich das gesamte Geld von meiner Versicherung. Die sind wirklich echt top auf Zack – ich bin dem Mann über alles dankbar !!!!

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Maike 19. Dezember 2012 um 20:41

Ich finde Verbraucherschutz.de sollte offenlegen, wie viel Geld sie jeweils von den Unternehmen bekommen. So viel Transparenz muss sein.

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UWE 2010 21. Dezember 2012 um 14:39

Was zahlen denn die Unternehmen bei Trusted shop? oder Den TÜV Siegeln?
Maike sollen die das dann auch offenlegen?


Dernabel 19. Dezember 2012 um 20:23

Konkurrenz belebt das Geschäft sagt man! Wenn ein Unternehmen mit seinem Versprechen Seriöse Dienste zu vollrichten und dann durch jeden Verbraucher beaufsichtigt wird, dann ist die Welt ein klein wenig sicherer geworden. Nicht jeder Internetseite oder Firma mit Siegel und anderen Urkunden kann man dadurch mehr vertrauen.

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André Rabenst 19. Dezember 2012 um 09:01

Die Idee, Transparenz in die z.T. fragwürdigen Geschäftsmodelle von Online-Shops, Schlüsseldiensten oder Finanzdienstleistern zu bringen empfinde ich als wichtig. Leider haben die staatlich geförderten Verbraucherzentralen hier in der Vergangenheit zu wenig Engagement gezeigt. Die Idee zu einem „Bürger“-Portal hätte von dieser Seite kommen müssen. Eine private Initiative kann insofern dem Verbraucher nicht schaden, wenn dieser die Möglichkeit erhält auf einer Plattform – für jeden nachvollziehbar und offen – seine Erfahrungen mit den Firmen kundzutun. Dies führt zu Transparenz und wird sich langfristig in der Qualität der Unternehmen widerspiegeln.

Unser Geschäftsmodell beim Rentablo Verbraucherportal basiert auch auf Transparenz. Deshalb stellen auch wir uns ganz bewußt der offenen Bewertung durch unsere Kunden auf verbraucherschutz.de. Aus eigener Erfahrung kann ich deshalb sagen, dass wir uns mehreren intensiven und strukturieren Interviews unterziehen und unsere Auskünfte auch schriftlich dokumentieren mußten, bevor wir auf der Seite von verbraucherschutz.de empfohlen wurden.

Die Diskussion der Verbraucherzentralen, ob eine Empfehlung als Siegel gewertet wird oder nicht, ist aus meiner Sicht überflüssig – Transparenz ist die Grundlage von Vertrauen.

André Rabenstein
http://www.rentablo.de

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