Dossier | Finanzwissen

Kölner Horror-Nacht: Wann und wie Versicherungen für den Handy-Verlust aufkommen

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Den seelischen Schaden kann den Opfern der Kölner Horror-Nacht niemand wieder gutmachen – beim finanziellen Schaden wegen eines verschwundenen Handys sieht das schon anders aus. Wurde es nicht gestohlen, sondern geraubt, ist das ein Fall für die Hausratversicherung. Lesen Sie hier, was dabei zu beachten ist.

Die so genannte “Außenversicherung” der weit verbreiteten Police für den Hausrat ist vielen Verbrauchern unbekannt. Sie bedeutet: Geht der Hausrat auf Reisen, dann kommt der Versicherungsschutz mit. Der Ersatz ist meist auf zehn Prozent der Versicherungssumme begrenzt, die absolute Obergrenze liegt in der Regel bei 10.000 Euro. Wer auf der Straße beraubt wird, kann nach den Regeln der”Außenversicherung” ebenfalls auf Ersatz von der Hausratversicherung pochen. Dabei ist die Definition von Raub zu beachten: Der Hausrat, zum Beispiel das Handy, muss mit Gewalt entwendet worden sein. Der Krafteinsatz des Räubers muss dabei so groß gewesen sein, dass ein kleiner Widerstand überwunden wurde. So entschied der  Versicherungsombudsmann (Az: 2054/02-B). Ein Trick- oder Taschendiebstahl wäre kein ersatzpflichtiger Schaden.

Raub des Handy versichert, Diebstahl nicht

Auf die Vorfälle im Kölner Hauptbahnhof bezogen bedeutet das: Haben die Opfer den Verlust des Handys erst gar nicht bemerkt, wäre das als nicht versicherter Diebstahl einzustufen. “Gab es indes eine Rangelei darum, bei der das Handy schließlich aus der Hand gerissen wurde, kann man von einem versicherten Raub ausgehen”, sagt die Düsseldorfer Rechtsanwältin Katia Genkin. “Hilfreiche wäre es, wenn z.B. Freunde das bestätigen können oder Videoaufzeichnungen der Szene zur Verfügung stehen.”

Die Frist für eine Schadensmeldung in der Hausratversicherung

Eine Schadensmeldung bei der Hausratversicherung muss wie Anzeige bei der Polizei generell schnellstmöglich erfolgen (“Obliegenheiten”). Wenn Opfer der Kölner Horror-Nacht sich erst nach einigen Tagen bei der Versicherung melden, “dürfte das schon auf Grund der traumatisierenden Umstände entschuldbar sein”, so die Expertin für Versicherungsrecht weiter. Wer allerdings an einem normalen Wochenende Raub-Opfer einer der offenbar mittlerweile häufigen “Antänzer-Banden” wird, sollte sowohl Anzeige bei der Polizei als auch die Schadensmeldung bei der Hausratversicherung ohne größere Verzögerung machen, rät Rechtanwältin Genkin.

Erstattet wird in der Hausratversicherung der Neuwert. Das ist nicht unbedingt der Preis, den jemand einst für das Handy bezahlt hat. Es ist der Preis, der derzeit für ein neues Gerät gleicher Güte am Markt üblich ist. Wer eine spezielle Handyversicherung hat, bekommt meist nur den geringeren Zeitwert – je nach Bedingungen schon bei einfachem Diebstahl.

Raub wird härter bestraft als Diebstahl

Für die Bestrafung der Täter ist es ebenfalls von erheblicher Bedeutung, ob von einem Diebstahl oder einem Raub ausgegangen wird. Das Strafmaß beträgt bei einem Diebstahl (§ 242 StGB) bis zu fünf Jahre Haft oder Geldstrafe. Ein Raub (§ 249 StGB) hingegen gilt nicht mehr als Vergehen, sondern als Verbrechen und wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft, in minder schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren. Eine Geldstrafe ist also nicht möglich. “Die härtere Strafe würde auch jene treffen, die den Raub unterstützt haben; sie können wegen Beihilfe bestraft werden”, sagt der Düsseldorfer Strafverteidiger Udo Vetter.


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