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gutefrage.net: Erst zahlen, dann antworten

Zuletzt aktualisiert: 7. Juli 2013

Gute Frage: Darf ein Social-Media-Anbieter Firmen-Mitarbeiter (etwa des Direktversicherers Asstel) als Mitglied rausschmeißen, deren Firmen nicht dafür bezahlen wollen? Und: Wie müsste es gekennzeichnet sein, wenn eine Firma (wie etwa der Direktversicherer Cosmos Direkt) fürs Dabeisein im Social-Media-Dienst bezahlt?

Das sind zwei Fragen, die mir derzeit zum Portal „gutefrage.net“ (Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck) durch den Kopf gehen. In dem Social-Media-Dienst stellen Nutzer Fragen, andere Nutzer geben darauf mehr oder weniger qualifizierte Antworten. Mit etwa 15 Millionen Besuchern monatlich ist „gutefrage.net“ eine große Nummer im Netz geworden. Deswegen versuchen Social-Media-Strategen natürlich gerne, bei „gutefrage.net“ präsent zu sein – so wie bei Facebook, Twitter, Xing und all den anderen Portalen Firmen für sich werben wollen, wie gerade aktuell die Bahn bei Twitter.

 PremiumParter bei GuteFrage.net sein ist „preisintensiv“

Der Direktversicherer Asstel (Gothaer-Konzern) ist in Social-Media-Diensten sehr umtriebig und war es auch mit einem Mitarbeiter bei „gutefrage.net“. Ein Asstel-Mitarbeiter beantwortete dort unter anderem Fragen zu Versicherungen. Nach über einem Jahr wurde sein Account gesperrt, der Mann ist sich keiner Schuld bewusst. Laut „gutefrage.net“ geschah das, um eine klare Grenze zwischen Content und Werbung zu ziehen. Gleichzeitig bekam Asstel ein Angebot. Ein Sprecher von „gutefrage.net“ schrieb mir auf Anfrage:


Für unsere Nutzer ist es wichtig, dass sie sofort erkennen können, ob sie mit einer Privatperson oder einen Unternehmen kommunizieren. Daher bieten wir den Unternehmen, die derzeit auf unserer Website als Privatperson kommunizieren, verschiedene Formen der Partnerschaft an.

Eine solche „Partnerschaft“ kostet dem Vernehmen nach zwischen 30.000 bis 50.000 Euro – pro Quartal (s. Nachtrag unten). Diese Zahlen hat der Sprecher weder bestätigt noch dementiert. Er teilte auf Anfrage lediglich mit, es gäbe verschiedene Partner-Modelle, Premium-Partner zu werden sei am „preisintensivsten“.

Wobei gerade eins m.E. nicht so richtig gelingt: Die klare Trennung zwischen Content und Werbung. Denn dafür müsste m.E. über jeden Beitrag eines „Partners“ das Stichwort „Werbung“ stehen. Und statt „Premium-Partner“,wie es seit ein paar Wochen Asstel-Konkurrent Cosmos Direkt (Aachener-Münchener-Konzern) ist, wäre für die Nutzerschaft vielleicht eher der Begriff „Werbekunde“ verständlich, ansonsten könnte „Premium Partner“ auch missverstanden werden als Auszeichnung besonders guter oder vieler Beiträge.

Nachtrag Januar 2013: GuteFrage.net hat im Internet aktuelle Zahlen zur Reichweite und zu den Kosten für die verschiedenen Business-Modelle veröffentlicht, und zwar unter https://s3-eu-west-1.amazonaws.com/feedme.gutefrage.net/Vermarktung/gutefrage.net_standard_praesentation.pdf. Folgende Kosten werden genannt (Ausschnitt):

Bild  PremiumPartner GuteFrageNet Kostenuebersicht gutefrage.net: Erst zahlen, dann antworten



Kommentare


Mike 14. Juni 2011 um 15:16

Wie jeder Direktversicherer arbietet auch die Asstel mit den Social Media Netzwerken, ist dies auch eines der gr

Antworten

Andreas Kunze 12. Juni 2011 um 16:10

@Hans: Dieses Posting sollte nicht so verstanden werden, als w

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Hans Baier 11. Juni 2011 um 08:16

Ich habe die Kommentare des Asstel-Mitarbeiters durchgelesen. Von Neutralit

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Tapio Liller 8. Juni 2011 um 17:40

Interessanter Aspekt, das Thema Trennung von Werbung und Redaktion in diesem Zusammenhang! Dr

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