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Euro-Angst, Mini-Zinsen: Lohnen jetzt Fremdwährungskonten?

Zuletzt aktualisiert: 27. August 2015

Ein Fremdwährungskonto fällt ab 3. Juli unter die gesetzliche Einlagensicherung (Finblog berichtete). Werden andere Währungen wie US-Dollar damit zur idealen Anlage, die wegen Euro-Angst und Mini-Zinsen nach Alternativen suchen? Lesen Sie hier, wie Fremdwährungskonten funktionieren und wie man davon profitieren kann (aber auch damit verlieren kann).

Wie Giro- oder Tagesgeldkonten sind Währungskonten täglich verfügbar, das Guthaben wird aber nicht in Euro, sondern zum Beispiel in US-Dollar, Britischem Pfund, Japanischem Yen oder Schweizer Franken ausgewiesen. Einige Anbieter, wie etwa die Volksbank Lübeck via Zinspilot, stellen sogar mehr als ein gutes Dutzend Währungen zur Wahl, etwa Polnische Zloty, Südafrikanischen Rand, Hongkong Dollar oder Türkische Lire.

Die Mindestanlage beträgt 500 Euro bis 10.000 Euro, mitunter wird ein Wertpapierdepot vorausgesetzt. Barein- und -auszahlungen sind nicht möglich, wohl aber eine schnelle Umbuchung zurück auf das normale Girokonto. Der Währungsspekulant sollte Folgendes im Auge haben.


6 Prozent Zinsen mit Türkischer Lira

Konvertierungskosten: Das Währungskonto selber ist in der Regel gratis, die Umrechnung lassen sich die Banken teilweise gut vergüten. So fallen oft 0,5 bis 1 Prozent des Betrages an, und zwar sowohl beim Tausch als auch beim Rücktausch in Euro. Das macht dann schon mindestens 1 Prozent Kosten, die durch die Wechselkursveränderung erst mal reingeholt werden muss. Gerade bei großen Summen wäre besser ein Festpreis pro Transaktion. Nur wenige Anbieter verzichten ganz auf Konvertierungsgebühren.

Verzinsung: Bei Türkischer Lire oder Südafrikanischem Rand wird das Fremdwährungskonto teilweise mit bis zu sechs Prozent p.a. verzinst, siehe etwa Volksbank Lübeck:

  • Türkische Lira: 6,00%
  • Südafrikanischer Rand: 3,25%
  • Neuseeland Dollar: 1,20%

Klingt verlockend, nur sind alles das nicht unbedingt die Währungen der Wahl für jemanden, der eine stabile Alternative zum Euro sucht. Bei den bedeutenden Währungen wie US-Dollar, Japanischem Yen, Britischem Pfund und Schweizer Franken gibt es in der Regel gar keine Verzinsung. Der Euro-Spekulant verliert somit derzeit etwa 0,5 Zins, die er bei einem Euro-Tagesgeldkonto bekommen könnte. Bei zusätzlichen Konvertierungskosten von 1 Prozent ergibt sich eine Einbuße von 1,5 Prozent, die über die Wechselkurse mindestens hereingeholt werden muss.

Meine Fazit: Dem Euro stehen sicher noch unruhige Zeiten bevor. Das zeigt allein schon das Theater um die griechischen Schulden. Wer mit einem Fremdwährungskonto gegen den Euro wettet, könnte erhebliche Kursgewinne einfahren. Allerdings heißt Euro-Schwäche nicht, dass automatisch alle andere Währungen steigen. Ein schwacher Euro kann immer noch besser laufen als z.B. türkische Lira.  Wer in ein Fremdwährungskonto investiert, sollte m.E. das als Beimischung tun und die Entwicklung im Auge behalten. Kursgewinne mitzunehmen hat noch nie geschadet!



Kommentare


Udo 9. Dezember 2015 um 08:54

Egal ob in Türkische Lira oder USD, selten war die Volatilität bei den Devisen so hoch wie in den letzten Monaten. Nach einer Notenbank Sitzung sind Kursänderungen bei Devisen von 3% keine Seltenheit. Mit der TRY konnte von Mitte September bis Mitte November rund 10% verdient werden. In den letzten Wochen geht der Zug aber wieder in die andere Richtung.
Die Türkische Lira hat aufgrund der derzeitigen geopolitischen Krise vor Ort erhebliches Potential in beide Richtungen und ist kein Deal für einen konservativen Anleger.

Antworten

Finanzblog 29. September 2015 um 10:06

Hallo Andreas,
ich persönlich hatte diese Idee bereits auch schon vor Monaten. Die Griechenfalle etc. hatte den Euro ja stark gedrückt gehabt. Aber durch die verschiedenen Krisen sind die anderen Währungen auch Schwankungen unterworfen gewesen (sei es weil nah am Euro, Chinas weniger steiler Aufschwung, Kriege etc.). Da habe ich mir ehrlich gesagt nicht getraut Geld anzulegen. Eben auch, weil deine angesprochenen Wechselkurse erstmal verdient sein wollen ..

Viele Grüße
Dieter

Antworten

Rebecka Braun 27. August 2015 um 06:18

Der Deal geht aber gerade nach hinten los, wenn die Lira nicht Short gekauft wurden. Die Währungen der Türkei und Co, sowie die der Schwellenländer werten gegenüber dem Dollar und Euro ab. Erheblich sogar mit entsprechend hohen Verlusten für TRY Engagements.

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