Skip to main content

Bieterverfahren: Mehr Geld beim Hausverkauf – das sind die Tricks der Profis

Zuletzt aktualisiert: 24. März 2017

Wer derzeit in Verkaufsangeboten für Immobilien stöbert, stößt immer öfter auf einen bislang wenig bekannten Begriff: „Bieterverfahren“. Was im ersten Moment klingt wie eine Auktion mit Schnäppchenjägern, ist eine Verkaufsmethode, um einen möglichst hohen Preis  beim Hausverkauf zu erzielen.

Der Immobilienboom in Deutschland geht weiter, die Preise insbesondere in Großstädten steigen und steigen. Manche Immobilienmakler sprechen sogar von einer Kaufpanik. Diese Situation macht sich das „Bieterverfahren“ zunutze, das etwa in den USA oder Kanada viel verbreiteter ist als in Europa.

Die Idee: Der Verkäufer schafft eine Wettbewerbsstimmung unter den Kaufinteressenten, die alle nur zu einem bestimmten Termin die Immobilie besichtigen können und ein eigenes Kaufpreisangebot machen müssen, wenn sie die Wohnung oder das Haus erwerben wollen. Wie bei einer Auktion passiert es dann leicht, dass die Kaufinteressenten mehr bieten als ursprünglich gewollt. Der Verkäufer kann das beste Gebot annehmen – er muss es aber nicht.


Es wird nur ein Mindestpreis für die Gebote genannt

Der Ablauf: Wie bei jedem anderen Verkaufsangebot werden in Immobilienportalen und Zeitungen die üblichen Angaben zur Immobilie gemacht. Es fehlt aber der Verkaufspreis. Stattdessen wird auf das „Bieterverfahren“ hingewiesen. Der Verkäufer kann, muss aber nicht einen Mindestpreis nennen, den er erzielen will. Da in den Onlineangeboten vielfach zunächst nach Ort und Preis sortiert wird, ist die Angabe eines Mindestpreises durchaus sinnvoll.

Gleichzeitig wird der Besichtigungstermin genannt. Nur dann ist es möglich, die Immobilie zu besichtigen. Jeder Kaufinteressent kann ohne Voranmeldung vorbeikommen, in den USA wird das „Open House“ genannt. Ein Sachverständiger kann mit dabei sein. Während des Besichtigungstermins gibt es weitere wesentliche Informationen, etwa das Exposé. Wer nach der Besichtigung ein konkretes Kaufinteresse hat, kann nun innerhalb der Bietfrist von zwei bis vier Wochen sein Kaufpreisangebot abgeben, und zwar schriftlich.

Die Vorteile des Bieterverfahrens:

  • nur ein Besichtigungstermin
  • keine Preisverhandlungen
  • Verkauf zum aktuellen Marktpreis

Beim klassischen Verkaufsverfahren handelt es sich trotz bester Marktanalyse stets um einen Schuss in Blaue. Der vom Verkäufer genannte Preis kann viel zu hoch sein und Kaufinteressenten abschrecken; im aktuellen Verkäufermarkt könnte es ebenfalls vorkommen, dass man viel zu bescheiden seinen Verkaufspreiswunsch ansetzt. Beim Bieterverfahren hat der Verkäufer es schwarz auf weiß, wie viel jemand bezahlen würde.

Die Nachteile des Bieterverfahrens:

Das bislang wenig bekannte Bieterverfahren könnte einige Kaufinteressenten auch abhalten – etwa jene, die nicht wie in Zeiten der Studentenbudensuche eine Rudel-Besichtigung machen möchten. Außerdem muss der Verkäufer wissen: Der Kaufinteressent ist nicht an sein Angebot gebunden, er könnte also trotz klarer Aussage „Ich kaufe die Wohnung für X Euro“ einfach noch absagen. Nur ein vom Notar beglaubigter Kaufvorvertrag wäre verbindlich.

Da der Kaufvorvertrag mit einigen Kosten verbunden ist, wäre es sinnvoller, direkt den Kaufvertrag abzuschließen. Bis dahin bleibt jedoch noch das Risiko, dass der Kaufinteressent es sich anders überlegt – was beim klassischen Immobilienverkauf allerdings auch immer passieren kann. Beim Bieterverfahren hat der Verkäufer immer noch die Liste der Kaufinteressenten, die für das Objekt geboten haben.



Kommentare


Thomas 15. März 2017 um 18:50

Was sind denn in diesem Zusammenhang „virtuelle Datenräume“ ?

Antworten

Andreas Kunze 15. März 2017 um 19:31

Keine Ahnung, da wollte wohl jemand Plump-PR für einen Service machen. Ich habe den Link gelöscht.


DDraum 15. März 2017 um 09:57

Danke für den Beitrag! Das ist wirklich interessant. Beim Hausverkauf empfehle ich auch virtuelle Datenräume zu benutzen. Sie schaffen extra Sicherheit.

Antworten

Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Kommentare werden moderiert. Es kann etwas dauern, bis dein Kommentar angezeigt wird.



Bewertungen & Erfahrungen 2017: Finanzexperte Andreas Kunze » Finanzwissen » Bieterverfahren: Mehr Geld beim Hausverkauf – das sind die Tricks der Profis