Skip to main content

Aufbewahrungsfristen: Kontoauszüge, Kassenbons am Jahresende entsorgen. Oder besser nicht?

Zuletzt aktualisiert: 6. Januar 2017

Ausmisten, Aufbewahrungsfristen: Jedes Jahr stellt sich daher wieder die Frage, welche Unterlagen weggeworfen werden können und welche aufbewahrt werden müssen, etwa Verträge, Rechnungen, Quittungen, Kontoauszüge.

Aufbewahrungsfristen sind vor allem wichtig wegen der Verjährung, schreibt die Verbraucherzentrale Sachsen. Verjährung bedeutet, dass ein Rechtsanspruch nicht mehr durchgesetzt werden kann. Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt drei Jahre und beginnt zum Ende des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist..

Ende 2016 verjähren somit regelmäßig solche Ansprüche, die 2013 entstanden sind. Oder anders ausgedrückt: Ist der Anspruch 2012 entstanden, könnten die Unterlagen darüber 2017 weggeworfen werden – wegen der regelmäßigen Verjährung kann man jedenfalls keine Ansprüche mehr durchsetzen. Daraus resultieren folgende Empfehlungen der Verbraucherzentrale Sachsen.


Kontoauszüge

Eine gesetzliche Aufbewahrungspflicht von Kontoauszügen und anderen Bankbelegen gibt es für Privatpersonen anders als für Firmen nur in Ausnahmefällen. So besteht bei positiven Einkünften von mehr als 500.000 Euro im Jahr eine besondere Aufbewahrungsfrist für Kontoauszüge von sechs Jahren, schreibt die Bank ING-Diba. Doch auch für Bank-Kunden mit niedrigeren Einkünften könne es sinnvoll sein, die Bankbelege wie Kontoauszüge trotz fehlender Aufbewahrungsfristen einige Jahre lang aufzuheben, etwa um Käufe nachweisen zu können.

Erlass des Bundesfinanzministerium zu elektronischen Kontoauszügen

Eine häufig gestellte Frage ist, ob Kontoauszüge als PDF im Ernstfall genauso als Zahlungsnachweis gelten. Das Bundesfinanzministerium hat den Finanzämtern hierzu schon im März 2006 eine klare Anweisung erteilt (IVA7 – S 0317 – 4/05): Wenn ein Steuerpflichtiger einen Kontoauszug vorlegt, den eine Bank im unveränderbaren PDF-Format erstellt hat, gilt seine Nachweispflicht als erfüllt. Daran denken: Viele Banken stellen die elektronischen Kontoauszüge zum Beispiel nur drei Jahre lang zur Verfügung stellen.

Kassenbon

Beim Kauf von Neuwaren, wie Möbel, Schuhe, Kleidungsstücke, Kameras oder Fernsehgeräte, so genannte Verbrauchsgüter, beträgt die Gewährleistungsfrist 2 Jahre ab Übergabe. Im Falle eines Mangels benötigt man zur Reklamation einen geeigneten Nachweis darüber, wann und wo die Sache gekauft wurde, am besten einen Kassenbon. Deshalb sind in diesem Fall die Belege mindestens drei Jahre aufzubewahren, so die Verbraucherzentrale Sachsen.

Kassenbons am besten für Aufbewahrung kopieren

Oftmals sind Kassenbons auf Thermopapier gedruckt, das in der Regel sehr schnell verblasst. „Deshalb besser eine haltbare Kopie dieser Belege anfertigen“, rät Marion Schmidt von der Verbraucherzentrale Sachsen. Auch beim Kauf im Internet sollten online geschickte Rechnungen gut gespeichert oder am besten ausgedruckt werden.

Mein Finanztip: Sehen Sie hier eine Übersicht zu Aufbewahrungfristen als Tabelle

Mehr zum Thema im TV:

Handwerkerrechnungen: Wichtige Aufbewahrungsfrist

Bei Handwerkerrechnungen gilt ebenfalls die allgemeine Verjährungsfrist. Diese sind also mindestens 3 Jahre aufzuheben. Für Eigentümer gilt, dass alle Handwerkerrechnungen, die Leistungen beinhalten, die mit dem Bauwerk verbunden sind, 5 Jahre sicherzustellen sind. Bei Bauwerken gilt eine 5-jährige Verjährung.

Dabei geht es aber nicht um die Finanzen des Kunden, sondern der Fiskus will im Bedarfsfall kontrollieren können, ob ein Unternehmen die Umsatzsteuer korrekt ausgewiesen hat. Die Frist beginnt zum Ende des jeweiligen Kalenderjahres zu laufen.

Auftraggeber von Handwerkerleistungen an Haus oder Grundstück sind beispielsweise nach § 14b Abs. 1 Satz 5 des Umsatzsteuergesetzes sind deshalb verpflichtet, Rechnungen, Zahlungsbelege oder andere beweiskräftige Unterlagen zwei Jahre lang aufzubewahren. Diese Bestimmung betrifft seit 2004 alle Empfänger der entsprechenden Leistungen – ob Eigentümer oder Mieter – und damit letztendlich jeden Steuerzahler. Das dient der verstärkten Bekämpfung von Schwarzarbeit und der damit zusammenhängenden Steuerhinterziehung.

Versicherungsscheine

Policen von Versicherungen (Versicherungsscheine), die noch laufen, sind ohnehin abzuheften. Jede Beitragsabrechnung muss aber nicht aufgehoben werden. Wichtig ist, den Versicherungsschein, die Versicherungsbedingungen und ggf. erfolgte Nachträge aufzubewahren.



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Kommentare werden moderiert. Es kann etwas dauern, bis dein Kommentar angezeigt wird.


Beliebte Suchen mit Google


aufbewahrungsfristen kontoauszüge firmen (1)kontoauszüge einscannen (1)
Bewertungen & Erfahrungen: Finanzexperte Andreas Kunze » Finanzwissen » Aufbewahrungsfristen: Kontoauszüge, Kassenbons am Jahresende entsorgen. Oder besser nicht?