FINBLOG.de – Aktuelle Notizen vom Finanzjournalist Andreas Kunze

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7. Juli 2005
Backpfeife für “Focus Money”

Der Rabatz um das Krankenversicherungsrating (Finblog berichtete) ist erst mal beigelegt. Wie PremiumRating GmbH heute in einer erstaunlich freimütigen Pressemitteilung wissen ließ, hat man vor Gericht mit der HUK-Coburg ziemlich was auf die Mütze bekommen. Das Rating sei zwar grundsätzlich zulässig (das hatte auch niemand in Abrede gestellt), aber die Art und Weise eben nicht. Auszug aus der Pressemitteilung:

“Es wurde allerdings die fehlende Transparenz in der Veröffentlichung des Ratings in Focus Money beanstandet. Insbesondere sei dort nicht ausreichend darauf hingewiesen worden, dass Gorr auch Gesellschafter und Geschäftsführer der GVM Gorr und Partner GmbH und des PremiumCircle sei. Zu kritisieren sei auch, dass die vergebenen Punkte und die Gewichtung dort nicht detailliert offen gelegt worden seien.”

Die PremiumRating GmbH hat nach eigenen Angaben im Verfahren vor dem Landgericht Köln “den Widerspruch gegen die einstweilige Verfügung der HUK-Coburg zurückgenommen und eine Abschlusserklärung abgegeben”.
Genau genommen sind die Hinweise des Gerichts vor allem eine Backpfeife für Focus Money. Denn Transparenz zu schaffen ist die eigentliche Aufgabe von Medien. Es wäre wünschenswert, wenn der Druck, ggf. über die Gerichte, deutlich erhöht würde. Denn mit Tabellen-Schmu werden die Verbraucher immer öfter verschaukelt. Wenn etwa von den “10 besten Sparbrief-Anbietern” zu lesen ist, müsste dazu stehen, wie viele Banken überhaupt in den Vergleich mit einbezogen wurden – und wie viele dafür bezahlt haben. Zu dem Thema habe ich auch schon mal einen größeren Beitrag für die ZEIT verfasst, nachzulesen hier.

Vielleicht bringt dieser Streit jetzt mal den Burda-Verlag dazu, in seinen Publikationen wie “Focus” oder “Guter Rat” zu Tabellen von Ino24 dazuzuschreiben, dass der Verlag an dem Versicherungsmakler Ino24 beteiligt ist…
Nachtrag: Auch von der HUK ist eine Pressemitteilung dazu erschienen.

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Kommentare

Trackback von Das Versicherungs Blog am 29.7.2005 um 12:07

Abmahnungen sind recht hufig Geschmacksfrage Teil 7

In Zusammenhang mit den Abmahnungen eines Online-Versicherungsmakler gegen Google Adwords Treibende z. B. wegen Formulierungen wie “PKV Online Beratung: Private Krankenversicherungen vergleichen und bares Geld sparen” und angeblicher Verstsse gegen d…

Kommentar von Hellmuth Hofer am 29.7.2005 um 13:07

Das Landgericht Berlin hatte in einem Verfahren gegen BILD.t-online.de eine interessante Meinung vertreten. Mit Hinblick auf den Schleichwerbungs-Skandal im Fernsehen gewinnt das Urteil natürlich zusätzlich an Bedeutung, und vor allem auch auf die Kooperation zwischen Focus und der Ino24 Kooperation zwischen Focus und der Ino24.

Pingback von FINBLOG.de – Aktuelle Notizen des Finanzjournalisten Andreas Kunze » HUK-Coburg streitet erneut wegen Rating am 11.9.2006 um 14:47

[...] Neue Runde im Rating-Zoff zwischen HUK-Coburg und Versicherungsmakler Claus-Dieter Gorr, der über Tochtergesellschaften Versicherungsvergleiche anbietet. Vor etwas mehr als einem Jahr schien die Angelegenheit erledigt (vgl. Finblog vom 7. Juli 2005). Nun traf man sich wieder vor Gericht – wegen eines überarbeiteten Ratings. Laut HUK-Coburg wurde eine Einstweilige Verfügung dagegen vom Landgericht Köln bestätigt. Auszug Pressemitteilung HUK-Coburg: In dem untersagten Online-Vergleich konnten Interessenten 14 verschiedene Einzelkriterien mit Noten von „sehr wichtig” bis „nachrangig” bewerten. Die Nutzer des Vergleichs konnten dadurch den Eindruck bekommen, ein individuell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Angebot zu erhalten. Tatsächlich brachten Test-Vergleiche mit unterschiedlichen Vorgaben – „sparsamer Kunde”, „optimiertes Angebot” und „Luxuskunde” – jeweils dieselben Tarife auf den ersten beiden Plätzen. Einmal wurde sowohl bei der Einstellung „sparsamer Kunde” als auch bei der Einstellung „Luxuskunde” ein identisches Gesamtergebnis auf den ersten vier Plätzen ermittelt. [...]

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