10. Januar 2012
Lieber Herr Bundespräsident,
in aller Hochachtung möchte ich mich doch mal über Sie beschweren. Da ist in Dresden ein Prozess wegen Bundespräsidenten-Verunglimpfung geplant, für den Sie vor Monaten Ihre “Ermächtigung” erteilt haben.
Ich habe das zum Anlass genommen, für das Verbraucherportal monero.de Rechtsanwalt Udo Vetter zu interviewen und mir erklären lassen, wann Internetnutzer damit rechnen müssen, wegen Wulff-Witzen oder einfach nur blöden Sprüchen über Sie, verehrter Herr Bundespräsident, ins Gefängnis zu kommen.
Andere Kollegen haben das monero-Interview zum Anlass genommen, heute ebenfalls über den anstehenden Prozess und die von Udo Vetter beschriebenen Gefahren bei Wulff-Witzen zu berichten, etwa das Hamburger Abendblatt, die Augsburger Allgemeine, das Handelsblatt oder Legal Tribune.
Schon vorher hatten sich Dutzende Journalisten in Dresden für diesen spektakulären Prozess angemeldet. Kamerawagen aus ganz Deutschland waren nach Sachsen unterwegs.
Und Sie, hochverehrter Herr Bundespräsident? Sie ziehen im letzten Moment die “Ermächtigung” zur Strafverfolgung zurück. Lieber Herr Bundespräsident, wenn man den Journalisten so die Themenplanung kaputtmacht, muss man sich über schlechte Presse nicht wundern.
Von: Andreas Kunze | Kategorie: 03 - Recht | Tags: Bundespräsident, monero, Udo Vetter, Verunglimpfung
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Kommentare
Kommentar von Der Leser am 11.1.2012 um 7:24
Naja, er hat es im Moment eben auch nicht leicht. Da kann man solche Stimmungs und Entscheidungsschwankungen schon verstehen.

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