FINBLOG.de – Aktuelle Notizen vom Finanzjournalist Andreas Kunze

Site menu:

Google
Internet
www.finblog.de
www.fintext.de
www.finfoto.de

Links:

26. März 2009
Verschenken Sie kein Geld vom Staat!

Die Abwrackprämie finde ich gut. Ich finde eigentlich alles gut, was den privaten Konsum in Schwung bringt. Viel zu viel Geld landet auf Konten und in Versicherungen, wo es für die Binnennachfrage nichts nutzt.

Die Abwrackprämie ist in einigen Fällen aber auch ökonomischer Blödsinn, wie ein sehr guter Beitrag von Stern TV gestern Abend bei RTL zeigte (Hier der Textbeitrag). Um die 2.500 Euro vom Staat einzusacken, haben Leute ein Auto verschrottet, dass 4.000 oder 5.000 Euro Marktwert hatte.

Ist das ungewöhnlich? Nein, wenn der Bundesbürger glaubt, er bekomme vom Staat etwas geschenkt, setzt der Verstand aus. Das war mit Steuervorteilen für Ost-Immobilien vor 15 Jahren so, das ist mit der Abwrackprämie noch heute so.

Um die Staatsfinanzen zu sanieren, muss der Staat eigentlich nur Geld verschenken. Etwa: 5.000 Euro für jeden zum Geburtstag (und 10.000 Euro holt der Fiskus dann übers Kleingedruckte zurück.). Die Werbung lautet dann: Verschenken Sie kein Geld vom Staat!

Die Bundesbürger würden wie bekloppt mitmachen.
Man sieht es an der Riester-Rente.

PS: M.E. ist es ein guter Test sich zu fragen, ob man ein Geschäft auch ohne jegliche staatliche Prämie/Zulage/ Förderung oder sonstwas machen würde. Wenn nicht, ist es nach meiner Erfahrung kein gutes Geschäft.

Ähnliche Beiträge

Kommentare

Kommentar von Volker am 26.3.2009 um 15:32

Wollte mir eigentlich dieses Jahr einen Neuwagen kaufen und “sondiere” daher schon seit vielen Monaten die Angebote. Als “normaler” Käufer kann man das dank der Abwrackprämie jetzt allerdings vergessen. Die satten Rabatte von 3000-4000 Euro gibts nicht mehr und selbst die EU-Importeure haben logischerweise flugs die Preise erhöht und kommen trotzdem kaum mit den Bestellungen nach.

Da mein Gebrauchter topgepflegt ist kann ich mit der Neuanschaffung auch noch ein Jahr oder länger warten. Würde mich nicht wundern, wenn die Autohäuser dank einer stark gesunkenen Nachfrage dann wieder anfangen, Kunden mit eigenen Preisnachlässen zu locken.

Kommentar von Beobachter am 26.3.2009 um 16:32

@Volker: Das glaube ich auch. Wer noch warten kann, sollte das auch tun.
Nächstes Jahr, wenn die Abwrackprämie ausgelaufen ist, werden die Autohäuser wieder händeringend nach Käufern suchen und mit Rabatten winken. Nur das dann der Markt noch schwieriger geworden ist, weil die meisten Kunden bereits dieses Jahr zugeschlagen haben.
Und in 3 Jahren wird es “junge Gebrauchte” wie Sand am Meer geben. Die zukünftigen Autokäufer wird es freuen.

Kommentar von Justus am 26.3.2009 um 17:02

@ Volker

Eine Alternative für den Gebrauchtwagenverkauf per Schrottprämie ist der Export nach Afrika; dort ist der Import gebrauchter deutscher Fahrzeuge / PKWs sehr stark zurückgegangen, seitdem es die Abwrackprämie gibt, und man weicht dort jetzt auf den Import alter “Ami-Schlitten” aus.

Mein Toyotahändler hat mal meinen uralten, praktisch unverkäuflichen, weil schrottreifen Landcruiser – als es die Abwrackprämie noch nicht gab – dereinst zum guten Preis in Zahlung genommen, um ihn nach Afrika zu exportieren. Das machen vielleicht auch andere Händler mit (guten) Gebrauchten, die nicht über die Abwrackprämie verschrottet werden können und auch nicht auf dem Hof rumstehen sollen.

Man kann den Export nach Afrika auch privat über “fliegende Türkenhändler” organisieren.

Kommentar von prüfer am 26.3.2009 um 17:30

Ich verstehe nicht, wieso die Abwrackprämie ökonomischer Unsinn ist. Wer ein 5.000 € Auto verschrottet ist selbst ein ökonomischer Analphabet; die Prämie sorgt doch im Moment für eine gute Auslastung bei VW, Ford und Opel (allerdings auch bei Dacia, Renault, Nissan usw.)
Immer wieder lustig sind auch Ebay Auktionen von Gutscheinen, bei denen manche Leute mehr als den Gutscheinbetrag bieten.

Kommentar von amx am 26.3.2009 um 18:03

Die im Postscriptum definierte entscheidende Frage sollte immer das K.O.-Kriterium sein. Eine Immobilie, die sich nur mit Steuervorteil lohnt? Ein schlechtes Geschäft. Oder zumindest kein gutes. Aber eine Immobilie, die von sich aus zu einer ordentlichen (im Sinne von vernünftig) Rendite führt plus Steuervorteil obendrauf als Sahnehäubchen – das ist ein gutes Geschäft.

Zum Thema Autokauf: Es gibt durchaus noch Rabatte und andere Angebote (Gebrauchtwageninzahlungnahme über DAT etc), aber momentan ist natürlich alles und jeder im Prämienfieber. Und in der Tat sollte man sich überlegen, nach dem großen Rummel ein Auto zu kaufen, wenn man sowieso nicht die staatliche Prämie mitnehmen kann (weil man kein altes Auto hat oder der Restwert >2500 Euro ist).

Hängt natürlich auch von der Fahrzeugkategorie ab, in der man sucht, und von der Marke. Bei den deutschen Premiummarken, die nicht so sonderlich von der Staatsknete profitieren, sieht die Sache möglicherweise anders aus als bei überlaufenen Kleinwagenherstellern.

Und wenn die Händler gerade mal nicht so freigiebig im Verteilen von Rabatten sind: Es sei ihnen gegönnt, denn die können auch nicht alleine vom Geldwechseln leben, sondern sollten in ihrer Bilanz schwarze Zahlen haben, um ihre Leute auch noch mittelfristig bezahlen zu können.

Kommentar von Michael K am 26.3.2009 um 21:42

Wer seine alte Schachtel nicht gleich für ein paar Hunderter mehr verrät, kann von den Sekundäreffekten profitieren: gebrauchte Ersatzteile wie nie zuvor, veritabel erhöhter Restwert, weil ganze Generationen am unteren Ende der Preisskala im nächsten Jahr weggeschreddert sind und in ein paar Jahren preisgünstige Jungvögel in Großauswahl (s.o.).

Kommentar von Dirk Olbrich am 26.3.2009 um 21:56

Das P.S. ist das wohl alles entscheidende, überall. Sobald ich von irgendeiner Seite, meist den Bankverkäufern, höre:”Wollen sie denn keine Steuern sparen? Oder sich nicht die Steuerprämie sichern?” hilft meist nur schnell umdrehen und weglaufen.

Kommentar von Jochen am 27.3.2009 um 1:34

Zu Thema Wert eines Gebrauchtwagens: Schwacke oder DAT, schön und gut. Die Realität in einigen Teilen der Republik sieht anders aus. Der Gebrauchtwagenmarkt jenseits der Abwrackprämie ist zum erliegen gekommen. Ob das abgewrackte Fahrzeug einen Wert über 2500 EUR hatte, regelt der Markt und nicht die Bewertungskennzahlen bei Schwacke. Wer einen Neuwagen kaufen möchte bei gleichzeitig unverkäuflichem Gebrauchtwagen, was sagt Stern TV diesem Kunden? Letztlich bleibt festzuhalten, dass der Markt den Preis bestimmt und keine Bewertungstabelle.

Kommentar von Stefan am 27.3.2009 um 6:47

ich hab eine noch viel bessere idee:
die abrissprämie. wir reissen reihenweise wohnhäuser ab und ersetzen sie durch umweltfreundlichere! hilft der baubranche! der binnennachfrage! investition in die zukunft durch energiesparen!
lasst uns mit dem abriss münchens beginnen!

klingt absurd? dann solltet ihr euch vielleicht mal überlegen, warum ihr die gleiche zerstörung von kapital bei autos sinnvoll findet.

Kommentar von Volker am 27.3.2009 um 7:22

@Justus
Dass alte Toyotas für den Export nach Afrika sehr begehrt sind, ist mir bekannt. Hatte selber schon einige aufdringliche Kaufangebote von ausländischen Händlern.
Ich denke aber, dass auf dem freien Markt spätestens nächstes Jahr auch sehr gute Preise zu erzielen sind. Da jetzt hunderttausende zum Teil sehr gut erhaltene Gebrauchtwagen in der Schrottpresse landen, ist der Markt in der Preisklasse 1000-4000 Euro, der gerade führ Fahranfänger interessant ist, nächstes Jahr ziemlich leergefegt. Gerade solche Gebrauchten dürften dann knapp werden und daher zu guten Preisen weggehen.

@amx
Wie gesagt, ich beobachte den Markt schon seit fast einem Jahr. Und nach dem, was ich so mitbekommen habe, sind zwar Kleinwagen und “Billigautos” (Dacia)jetzt besonders gefragt. Aber auch günstige Mittelklassewagen und Einsteiger-SUVs gehen dank der Abwrackprämie zur Zeit weg wie die berühmten warmen Semmeln.

Kommentar von Andreas Kunze am 27.3.2009 um 9:39

@Stefan: Ich würde mit dem Berlin-Abriss anfangen.

Kommentar von Prüfer am 27.3.2009 um 10:33

@AK
da bin ich mit dabei!
Wir fahren nach Berlin!

Kommentar von Andreas Kunze am 27.3.2009 um 10:36

@Prüfer: Jau, mit dem Bagger nach Berlin!

Kommentar von Brabax am 27.3.2009 um 12:26

@ AK
@ Prüfer

*grrrr*

Kommentar von Beobachter am 27.3.2009 um 15:42

Ja Berlin-Abriss!
Da würde ich mit dem Potsdamer Platz, Neuem Kranzler-Eck und anderen Bausünden von “Star”-Architekten anfangen.
Die alten Sachen können ja erstmal stehen bleiben.

Kommentar von lena am 18.6.2009 um 10:03

Da kann man wieder sehen, das bei Geld der normale Hausverstand aussetzt. Wenn man Autos, die noch 5000 Euro wert sind, verschrotten lässt, dann muß man an der Zurechnungsfähigkeit der Leutezweifeln.

Kommentar von Jess am 21.8.2009 um 12:35

Bin ganz deiner Meinung, Lena!

Kommentar schreiben