29. Juni 2007
“Tagesspiegel”-Autorin verkauft Versicherungen
Wollten Sie schon immer mal wissen, wie lukrativ eine Riester-Rente ist?
Der “Tagesspiegel” hat keine Mühen und Kosten gescheut, im Artikel “Auf Nummer sicher gehen: die Riester-Rente” eine kompetente wie kritische Fach-Autorin zu gewinnnen, um diese Frage zu beantworten, und zwar:
Sylvia Bontrup, M.A., ist seit 2004 bei der AXA und arbeitet als Vorsorgeberaterin im Vertriebsbereich Berlin-Oder-Spree
Die Axa ist übrigens eine Versicherungsgesellschaft und Vorsorgeberaterin in einem Vertriebsbereich könnte man auch mit Versicherungsvertreterin übersetzen.
Deshalb darf man es der Tagesspiegel-Fachautorin auch nicht übel nehmen, dass sie nur über Riester-Renten per Lebensversicherung schreibt. Als Bank- oder Fondssparplan sind Riester-Renten natürlich auch möglich. Aber die verkauft Sylvia Bontrup vermutlich nicht.
Der “Tagesspiegel” gibt dem Bürger-Journalismus eine Chance, zumindest den Bürgern der Axa-Versicherung:

Von: Andreas Kunze | Kategorie: 05 - Versicherungen |
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Kommentare
Kommentar von Michael Wild am 1.7.2007 um 10:13
Nun wissen wir also, woran man einen guten Berater erkennt: er hat den Dauerzulagenantrag beim Abschluss bereits dabei und füllt ihn gemeinsam mit dem Kunden aus ;-)
Ein verkäuferisch geschickter Artikel, der die beiden größten Ängste der meisten Kunden bei Riesterverträgen aufgreift. “Ist das denn auch sicher?” und “Ich verstehe das alles nicht wirklich, muss ich irgendwelche Formulare ausfüllen, wo ich einen Fehler machen könnte?”. Dann passt auch der Zusatz der Autorin, dass die Erhöhung der Rente durch Investmentfonds “ohne Risiko” möglich ist. 0% Rendite über 30 Jahre und anschließende Versteuerung des Vermögens wäre mir persönlich allerdings ehrlich gesagt VIEL zu riskant.
Zum Dauerzulagenantrag: die meisten Kunden verstehen ihn wirklich nicht. Ein guter Berater wird seine Kunden jedoch jedes Jahr nach den aktuellen Rahmenbedingungen fragen, auf die frühzeitige Beantragung der Zulagen drängen und den Beitrag an die jeweiligen Umstände anpassen. Riester ist nunmal sehr “dynamisch”, weil das Leben der Kunden “dynamisch” ist. Erfahrungsgemäß endet die Beratung aber bei vielen Kollegen mit dem Abschluss (auch inklusive Ausfüllen des Dauerzulagenantrags). Wir bekommen jeden Monat bestehende Riesterverträge vorgelegt, bei denen der Beitrag schon lange nicht mehr mit dem Einkommen übereinstimmt, von vornherein falsch berechnet war oder die Zulagen nicht optimal verteilt sind, weil der “Vorsorgeberater” seit 4 Jahren nicht mehr da war (oder weil er keine Ahnung hat).
Übrigens: eine fondsgebundene Riesterrente in Form einer Versicherung rechnet sich für den Kunden NIE! Entweder ein Kunde ist sicherheitsorientiert – dann kommt die klassische Rente oder eine Banksparplan in Frage – oder er will Rendite – dann kommt nur der Fondssparplan in Frage. Alles dazwischen ist einfach Murks und wird nicht durch “Vorsorgeberatung”, sondern durch Verschweigen wichtiger Informationen verkauft.
Wir können aber sicher sein, dass Frau Bontrup – nun mit dem Stempel der “aus der Presse bekannten Riester-Expertin” versehen, Ihre Riesterrenten noch besser verkaufen wird. Da haben wir auch alle was davon. Denn selbst die schlechteste Riesterberatung ist immer noch besser als gar keine Altersvorsorge!
Herzliche Grüße aus Ganderkesee,
Michael E. Wild



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