29. Januar 2007
BILD-Finanz-Tipps jetzt ohne Haken
In der vergangenen Woche feierte die BILD Tag für Tag eine Renten-Angst-Geschichte ab. Mein Gefühl sagte mir: Ab nächste Woche kommt bestimmt eine neue “Volksrente”. Irrtum!
In dieser Woche hat in BILD eine neue Serie begonnen:
Beim großen BILD-Finanz-Check geben Profis von Allianz, AWD und Postbank die besten Ratschläge zum Thema „Geld“!
Was für ein Glück: Nach dem Pech mit den Regierungstrotteln (“Renten-Wut: So haben die Politiker versagt”) kommen zumindest BILD-Leser in den Genuß von professioneller Vorsorgeplanung.
Dass sich die BILD für den Finanzvertrieb AWD als Experten-Unternehmen entschieden hat, dürfte vermutlich mit der überragenden Kompetenz dieses Unternehmens zu tun haben.
Okay, ab und zu steht der AWD in der Kritik, etwa wegen Schleichwerbung. So hat jüngst der Deutsche PR-Rat (DRPR) den AWD für die getarnte Platzierung von Themen und AWD-Experten in SAT 1-Sendungen gerügt.
Schwamm drüber. Bei der BILD könnte sowas nicht passieren. Dass der heutige PR-Chef des AWD, Béla Anda, früher bei der BILD beschäftigt war, dürfte auch keine Rolle gespielt haben.
Schon in der ersten Folge zeigt AWD-Berater Jürgen Schüpfer (39) sein ganzes Können. Er durchleuchtete die Finanzen des Bäckers Günther Braun (20, Berufsanfänger, 1100 Euro Netto).
Das Fazit der Beratung:
Unter dem Strich hat der Berufsanfänger 1242 Euro im Jahr mehr. Das sind 103,50 Euro mehr im Monat!
Eine zentrale Rolle bei der wundersamen Geldvermehrung spielt die Betriebsrente. Fast die Hälfte der angeblichen Jahres-Ersparnis (600 Euro) geht laut BILD/AWD auf die Förderung der Betriebsrente zurück.
Er (AWD-Berater Jürgen Schüpfer – AK) empfiehlt, eine Betriebsrente zu vereinbaren. Spart Günther Braun z. B. 50 Euro im Monat an, legt der Staat noch mal rund 50 Euro dazu. Das bringt später rund 500 Euro Zusatzrente im Monat.
Der Bäcker soll also 50 Euro monatlich zahlen, um 50 Euro monatlich vom Staat dazu zu kriegen. Nach meinem Verständnis hat der Bäcker dann dadurch immer noch 50 Euro weniger im Monat, bei BILD/AWD ist es ein Plus (in der Tabelle ein “Vorteil”).
Wie der junge Bäcker als Geringverdiener durch die Steuer- und Sozialabgaben-Ersparnis bei der Betriebsrente auf eine so hohe Förderung kommen soll, ist mir erst recht nicht klar. Sicher ist nur so viel: Dass der Betriebsrenten-Vorteil bei den Sozialabgaben schon in zwei Jahren entfällt, verschweigen BILD/ AWD bei ihren besten Ratschlägen.
Dabei hatte BILD höchstselbst in der vergangenen Woche noch geschrieben:
Gibt es einen Haken?
Ja! Laut Renten-Reform soll die Befreiung der Sparbeiträge von den Sozialabgaben Ende 2008 wegfallen!
Von: Andreas Kunze | Kategorie: 01 - Allgemein |
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Kommentare
Kommentar von Siggi am 29.1.2007 um 16:41
Ich habe das ganze interessehalber auch einmal durchgerechnet, komme aber weder bei monats-, noch bei jahresweiser Betrachtung ann
Kommentar von Meier am 1.2.2007 um 3:46
Hab den Artikel bei Bild.t-online gelesen. Irgendwie war mir gleich klar, dass da was nicht stimmt. Danke f
Kommentar von Pr am 1.2.2007 um 9:56
Das Problem beim AWD und
Kommentar von elbarto am 1.2.2007 um 10:29
es muessen nicht zwangslaeufig inkompetente berater sein. nur die versprechungen die der awd potentiellen beratern macht (sehr einfach dickes geld zu verdienen) zieht eigentlich nur diejenigen (sicherlich zusaetzlich auch fachfremden menschen) an, die nichts anderes als ihren eigenen vorteil im sinn haben. der des kunden bleibt damit auf der strecke, denn es geht nicht um das beste/guenstigste angebot fuer den kunden, sondern um das welche die hoechste provision fuer den berater abwirft.
Kommentar von Ralf am 5.2.2007 um 15:57
Es gibt diese schwarzen Schafe, keine Frage, aber nur aufgrund dieser bl
Kommentar von Pitbull am 7.2.2007 um 3:02
mein hamster hat mir den teppich vollgeschissen, was soll ich tun?
ach noch was zum thema: besser weder BILD noch AWD leuten glauben, sondern einfach mal SELBST aktiv werden und recherchieren
Kommentar von pl am 25.2.2007 um 14:26
“Potentielle” Provisionsgeier sind sie bestimmt.
Ob sich dieser Verdacht best
Kommentar von Marco am 14.11.2007 um 21:58
Also kann man keinem Finanzberater trauen? Aber wie kann man “nebenberuflich” sein eigener Finanzberater werden, wenn man weder Programme, noch connections hat?

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