FINBLOG.de – Aktuelle Notizen vom Finanzjournalist Andreas Kunze

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5. Dezember 2006
ING-Diba plant fürs nächste Jahr

Es ist sensationell:
Gestern noch war hier zu lesen, dass sich ein Diba-Kunde öffentlich über niedrige Tagesgeldzinsen beklagt hat – und am selben Tag kündigt die Verbraucherzentralen-Zeitungs-Bezahler-Bank an, den Tagesgeldzins abzuheben.

Zum 1. Februar 2007 erhöht die ING-DiBa den Zinssatz für das Tagesgeld Extra-Konto von 2,75% p.a. auf 3,0% p.a.. Der höhere Zinssatz gilt für Neu- und Bestandskunden gleichermaßen.

Da bis dahin noch fast zwei Monate ins Land gehen und man die Leute wohl irgendwie bei der Stange halten muss, wird noch mit “Finanztest” geworben.

Die Zeitschrift Finanztest hat in der aktuellen Dezember-Ausgabe das Tagesgeld-Angebot der ING-DiBa als “dauerhaft gut” bezeichnet. Die Stiftung Warentest bestätigte der ING-DiBa in den vergangenen zwei Jahren kontinuierlich zu den Top-Anbietern gezählt zu haben und den Anbietern eine stabile Zinspolitik zu bieten.

Überlicherweise wird bei der Werbung mit Testergebnissen dazu gesagt, wie viele Anbieter in den Test einbezogen wurden und wie andere Anbieter abgeschnitten haben. Denn ein “gut” ist z.B. gar nicht so gut, wenn von 19 von 20 getesteten Anbietern ein “sehr gut” hatten.
Möglicherweise war die ING-Diba von der Zinserhöhung im Februar so berauscht, dass sie ganz vergaß zu erwähnen: Insgesamt wurden 10 Banken als “dauerhaft gut” bezeichnet, und zwar:

BMW Bank
DaimlerChrysler Bank
Denizbank (Wien)[1]
DHB Bank[1]
Finansbank[1]
Garantibank[1]
ING-Diba
Santander Consumer Bank (früher CC-Bank)
Sparda-Bank Münster
Volkswagen Bank direct

[1] Einlagen sind nur bis 20 000 Euro durch den niederländischen bzw. osterreichischen Einlagensicherungsfonds geschützt. Quelle: Finanztest, 12/06

PS: Für eine vorweihnachtliche Glühwein-Stimmung bei der ING-Diba spricht auch der Satz, wonach die ING-Diba nicht den Anlegern, sondern Anbietern eine stabile Zinspolitik bietet:

Die Stiftung Warentest bestätigte der ING-DiBa in den vergangenen zwei Jahren kontinuierlich zu den Top-Anbietern gezählt zu haben und den Anbietern eine stabile Zinspolitik zu bieten.

Legen andere Banken etwa ihr Geld bei ING-Diba an?

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Kommentare

Kommentar von Dirk Digital am 5.12.2006 um 21:00

Das Zinsangebot der INg-Diba ist zur Zeit echt nur zum Heulen. 2,75%. Pppfffhhhh, das ich nicht lache.
Cortal Consors wirbt gerade mit 3,5%. Ein Unterschied von 0,75%! Dafür würden “normale” Banker ihre Oma verkaufen. Bei einer angenommenen durchschnittlichen Anlagesumme von 10.000 bis 15.000 Euro kommt da schon der ein oder andere Glühwein mehr bei rum…

Und dennoch bin ich Kunde bei denen. Den die Konditionen für den Börsenhandel sind gar nicht mal so übel. Bei 2 bis 3 Transaktionen im Jahr rechnet sich das gegenüber anderen Anbietern….

Meinung?

Kommentar von Siggi am 6.12.2006 um 7:55

Ich finde die Werbespots der ING-DiBa mit Dirk Nowikowski klasse. Im ersten Spot werden die 2,75% angeteasert, im zweiten, der dann als drittes nach einem anderen Spot läuft, fällt doch wirklich die Phrase “hohe 2,75% Zinsen”. Ich lache jedes Mal.

Kommentar von Andreas Kunze am 6.12.2006 um 10:32

@Dirk: Dass das Vorzeige-Angebot der ING-Diba in Zeiten steigender Zinsen abstürzen wird, war abzusehen. Ich hatte hier schon ab und zu darüber geschrieben. Kursgewinne mit festverzinslichen Wertpapieren macht man nur, wenn die Zinsen sinken. Das war bis September vergangenen Jahres der Fall. Seitdem geht es anders herum. M.E. wird die ING-Diba dauerhaft bestenfalls mittelmäßige Konditionen beim Tagesgeld bieten können.
Die ING-Diba hat durchaus (andere) empfehlenswerte Angebote. Mich stört an dem Laden im Wesentlichen die agressive und teils irreführende Propaganda.

Kommentar von Dirk digital am 6.12.2006 um 10:42

@Andreas: Das die Werb…ähh…Propaganda der ING nicht gerade engelsgleich wirkt, liegt an der Natur der Sache. Schliesslich geht es um Geld. Und bei Geld hört die Freundschaft bekanntlich auf.
Zu ihrer Verteidigung kann ich nur sagen, das die anderen Finanzdienstleister nicht wirklich besser sind. Zum Beispiel das Börsenpluskonto der Postbank, oder neuerdings die sogenannte “Volksrente” der Sparkassen. Schaut man mal ein bisschen hinter die Kulisse und auf die vielen Sternchen in der Werbung, dann verdient meist nur die Bank gut an solchen Produkten.

Das insbesondere Finanzdienstleister eine faire und transparente Werbung bieten sollten, ist eingentlich kein Thema, schliesslich werben die doch mit Vertrauen. Ein Schwindel fällt da besonders schwer. Doch bei aller Liebe zur Transparenz, das oberste Ziel einer Bank ist es schließlich, Gewinn zu machen. Die haben nichts zu verschenken. Jeder, der auf die Werbung reinfällt sollte sich darüber im Klaren sein…

Kommentar von Andreas Kunze am 6.12.2006 um 11:17

@Dirk: Selbstverständlich muss ein Unternehmen in erster Linie Geld verdienen. Als ausgesprochen scheinheilig empfinde ich es aber, wenn ein derart agressiver Wettbewerber wie die ING-Diba ihre Profitmaximierung auch noch als Verbraucherschutz verkaufen möchte.

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