FINBLOG.de – Aktuelle Notizen vom Finanzjournalist Andreas Kunze

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5. Oktober 2006
Verleger machen Online-Friedhof

Todesanzeigen sind seit jeher wichtig, etwa für Immobilienmakler. Schließlich wird ja oft eine Wohnung frei.
Das Internet macht die Recherche einfach wie nie: Unter www.trauer.de sind nun Todesanzeigen aus Zeitungen online und lassen sich prima durchsuchen, zum Beispiel nach Name, Postleitzahl usw. Sogar einen E-Mail-Service gibt es: Aktuelle Sterbefälle werden wie bei Google-Alert zugeschickt.
Dahinter steckt die Verlagswirtschaft:

trauer.de ist ein Portal der ISA GmbH & Co. Die ISA wurde Ende Januar 2002 durch die Verlagsgruppen Georg von Holtzbrinck, Dr. Ippen und WAZ Mediengruppe gegründet. Inzwischen hat das Mediennetzwerk 41 Partnerverlage.

Weitere ISA-Angebote sind u.a. stellenanzeigen.de, autoanzeigen.de und immowelt.de.
Praktisch fände ich noch, wenn Lebende schon mal einen E-Mail-Verteiler hinterlegen könnten: “Hallo, Ihr Lieben, das ist eine letzte Nachricht von…”
In Kooperation mit youtube oder sevenload wäre vielleicht zudem denkbar, für volle Trauer-Power ein Video von der Grabrede hochladen zu können, sozusagen der letzte Weg 2.0. Ein virtuelles Kondolenzbuch, eine Nachrufseite sowie ein Erinnerungs-Fotoalbum gibt es bereits.

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Kommentare

Kommentar von Stephan am 6.10.2006 um 18:13

“Todesanzeigen sind seit jeher wichtig, etwa für Immobilienmakler. Schließlich wird ja oft eine Wohnung frei.”

Makaber, makaber!
;-)

Kommentar von Florian am 7.10.2006 um 15:52

“Praktisch fände ich noch, wenn Lebende schon mal einen E-Mail-Verteiler hinterlegen könnten: “Hallo, Ihr Lieben, das ist eine letzte Nachricht von…””

Ich interpreriere Ihren Kommentar so, dass Sie das ganze Angebot etwas seltsam oder makaber finden.
Ist es aber nicht.
Ganz im Gegenteil.
In kleineren Städten ist es zumindest in bürgerlichen Kreisen durchaus üblich, die Todesanzeigen täglich zu studieren und dann auch zu Beerdigungen zu gehen zu denen man keine persönliche Einladung erhalten hat “weil sich das so gehört”.
Da ist es eine ziemliche Erleichterung, wenn man durch so einen Dienst den täglichen Lese-Aufwand reduzieren kann.
Meine Großmutter lebte z.B. im Verteil-Gebiet zweier Tageszeitungen. Obwohl beide im wesentlichen die gleichen Informationen enthielten hatte sie beide abonniert – wegen der Todesanzeigen.

Übrigens ist auch Ihre eMail-Idee nicht so abwegig.
Ich habe letztes Jahr einen Brief von einem befreundeten Unternehmer erhalten. Darin schrieb er, dass er in wenigen Monaten sterben werde (was dann tatsächlich auch so war) und er sich noch einmal für die lange gute Zusammenarbeit etc. bedanken wolle. Das war ein sehr bewegender Brief.
Von der Größe dieses Mannes war ich beeindruckt.

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