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	<title>Kommentare zu: Meinungsvielfalt beim DJV</title>
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		<title>Von: Lisa Rosa</title>
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		<dc:creator>Lisa Rosa</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Feb 2006 22:29:40 +0000</pubDate>
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		<description>Ich finde die sich widersprechenden Pressemitteilungen sehr sch&#246;n! Sie machen wunderbar deutlich, wie widerspr&#252;chlich der Zeitgeist geistet: Einerseits m&#246;chte er den Grundwert auf Meinungsfreiheit verteidigen. Andererseits ... tja, was denn eigentlich? Und da geht das Problem an. Denn der Grundwert der Religionsfreiheit, genauer: das Diskriminierungsverbot aufgrund einer Religionszugeh&#246;rigkeit, ist ja gar nicht gemeint mit der merkw&#252;rdigen Idee vom &quot;Schutz der religi&#246;sen Gef&#252;hle&quot;. Man mu&#223; mal genauer &#252;berlegen, was das eigentlich sein soll: ein Recht auf Unverletzbarkeit von Gef&#252;hlen! Und es kommt im Diskurs immer nur in Verbindung mit religi&#246;sen Gef&#252;hlen vor. Als w&#228;ren sie etwas besonders wertvolles, besonders sch&#252;tzenswertes. Wieso nicht alle Gef&#252;hle? Und dann: ist Religiosit&#228;t &#252;berhaupt ein Gef&#252;hl? Religion ist eine bestimmte Sorte von Weltanschauung, von Interpretation von Welt. Wenn man diese relig&#246;se Form der Weltanschauung nicht wie alle anderen auch kritisieren, infrage stellen, mit Satire auf die Schippe nehmen darf, dann handelt es sich in der Tat um eine bedeutsame Einschr&#228;nkung der Meinungsfreiheit. Die aber ist geboten, wenn es sich um v&#246;lkerverhetzende, zu Gewalt aufrufende &#246;ffentliche Meinungs&#228;u&#223;erung handelt. Und die trifft im Falle von Gef&#252;hlsverletzung nicht. 
Diese Unklarheiten bez&#252;glich der Definition von Religiosit&#228;t f&#252;hren zu den ambivalenten und in sich widerspr&#252;chlichen Haltungen in der Mohammed-Karrikaturen-Frage, und diese Widerspr&#252;chlichkeit so offensichtlich - wenn auch offenbar unabsichtlich - sichtbar zu machen, das ist h&#252;bsch an der der gespaltenen Pressemitteilung.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich finde die sich widersprechenden Pressemitteilungen sehr sch&#246;n! Sie machen wunderbar deutlich, wie widerspr&#252;chlich der Zeitgeist geistet: Einerseits m&#246;chte er den Grundwert auf Meinungsfreiheit verteidigen. Andererseits &#8230; tja, was denn eigentlich? Und da geht das Problem an. Denn der Grundwert der Religionsfreiheit, genauer: das Diskriminierungsverbot aufgrund einer Religionszugeh&#246;rigkeit, ist ja gar nicht gemeint mit der merkw&#252;rdigen Idee vom &#8220;Schutz der religi&#246;sen Gef&#252;hle&#8221;. Man mu&#223; mal genauer &#252;berlegen, was das eigentlich sein soll: ein Recht auf Unverletzbarkeit von Gef&#252;hlen! Und es kommt im Diskurs immer nur in Verbindung mit religi&#246;sen Gef&#252;hlen vor. Als w&#228;ren sie etwas besonders wertvolles, besonders sch&#252;tzenswertes. Wieso nicht alle Gef&#252;hle? Und dann: ist Religiosit&#228;t &#252;berhaupt ein Gef&#252;hl? Religion ist eine bestimmte Sorte von Weltanschauung, von Interpretation von Welt. Wenn man diese relig&#246;se Form der Weltanschauung nicht wie alle anderen auch kritisieren, infrage stellen, mit Satire auf die Schippe nehmen darf, dann handelt es sich in der Tat um eine bedeutsame Einschr&#228;nkung der Meinungsfreiheit. Die aber ist geboten, wenn es sich um v&#246;lkerverhetzende, zu Gewalt aufrufende &#246;ffentliche Meinungs&#228;u&#223;erung handelt. Und die trifft im Falle von Gef&#252;hlsverletzung nicht.<br />
Diese Unklarheiten bez&#252;glich der Definition von Religiosit&#228;t f&#252;hren zu den ambivalenten und in sich widerspr&#252;chlichen Haltungen in der Mohammed-Karrikaturen-Frage, und diese Widerspr&#252;chlichkeit so offensichtlich &#8211; wenn auch offenbar unabsichtlich &#8211; sichtbar zu machen, das ist h&#252;bsch an der der gespaltenen Pressemitteilung.</p>
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