FINBLOG.de – Aktuelle Notizen vom Finanzjournalist Andreas Kunze

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Archiv für Februar 2006

28. Februar 2006
Ein Renten-Schock ohne BILD?

Was ist bloss mit der “BILD” los?
Normalerweise ist doch die BILD führend, wenn es um Renten-Schocks geht. Jetzt hat offenbar ausgerechnet die Boulevard-Konkurrenz aus dem eigenen Hause, die Berliner B.Z., der BILD eine große Renten-Schock-Story weggeschnappt. Jedenfalls konnte ich dazu bei BILD.de nichts entdecken. Oder habe ich was übersehen?
Vielleicht war die BILD-Vorsorge-Redaktion einfach fürsorglich gestimmmt, etwa so: “Die BILD-Leser sind jetzt schon so geschockt von der gesetzlichen Rente, da wollen wir ihnen nicht auch noch die Freude an der privaten Rente verderben.”
So schockt heute die B.Z.
Riester Schock in Ein Renten-Schock ohne BILD?

28. Februar 2006
Unlogisches Logo

Das ZDF-Morgenmagazin hat manchmal richtig gute Quiz-Fragen. In der Rubrik “wahr oder falsch” ging es heute um das Logo der “ZEIT”. Ist es wahr, dass die in Hamburg ansässige ZEIT den Schlüssel aus dem Bremer Stadtwappen im Logo trägt, weil der Hamburger Senat den Gebrauch des Stadtwappens verboten hatte?
Ich hielt das für ein Märchen.
Es ist aber wahr, wie es beim ZDF hieß und bei Zeit.de nachzulesen ist:

Bis zur Nummer 13 zierte das Hamburger Stadtwappen den Titel, ein geschlossenes Tor, flankiert von zwei Löwen. Der Senat untersagte dies – Missbrauch eines Hoheitszeichens, befand die Stadtregierung. Daraufhin erschien das Emblem bis zur Nummer 18 mit geöffnetem Stadttor. Das mochten die Senatoren nun erst recht nicht. Auf Bitten der Redaktion erlaubte der liberale Sozialdemokrat Wilhelm Kaisen, Bürgermeister von Bremen, den Schlüssel aus dem Wappen seiner Hansestadt zu benutzen. Und das ganz ohne Nutzungsgebühr!

27. Februar 2006
Richtiggestellte Richtigstellung

Thomas Leif, Chefreporter beim öffentlich-rechtlichen SWR und leidenschaftlicher Aktivist gegen PR im Journalismus, hat eine Richtigstellung veröffentlicht. Die Zeitschrift Konkret hatte zuvor einen Bericht veröffentlicht , dass Thomas Leif PR gemacht hat, und zwar mit Moderationen für eine Landesbausparkasse (Finblog berichtete).
Auf die Richtigstellung von Herrn Leif folgte heute eine Richtigstellung von Konkret, schlicht als Anmerkung bezeichnet.
Jeder möge sich dazu nun selber eine Meinung bilden.
Ich meine: Wer Begriffe wie “öffentlich-rechtliche Landesbausparkasse Rheinland-Pfalz” und “öffentlicher Auftrag” für eine Selbstrechtfertigung vermengt, dokumentiert eine naive, beamtige Staatsgläubigkeit. Die Botschaft: PR für private Unternehmen ist böse, PR für den Staat oder Staatsbetriebe ist okay.
Eine “öffentlich-rechtliche Landesbausparkasse” ist genauso Wettbewerber auf dem Markt wie etwa eine BHW oder eine Badenia. Stichwort Badenia: Der öffentlich-rechtliche SWR hat in den vergangenen Jahren mehrfach über die fragwürdigen Praktiken der Badenia (AMB-Generali.Konzern) berichtet, etwa hier.
Wenn aber der Chefreporter des SWR für die Konkurrenz abends den Hobby-Gottschalk macht, dann geraten solche Berichte ins Zwielicht. Ich zahle die GEZ-Zwangsabgabe, weil genau das nicht passieren soll.

27. Februar 2006
Super-Rentner gesucht

Das Handelsblatt war heute mutig:
Mit der Geschichte “Private Leibrente rechnet sich erst ab 91” legt sich die Wirtschaftszeitung frontal mit der Versicherungsbranche an. Der Branche, die nach dem Ende des Steuerprivilegs bei Kapitallebensversicherungen nun voll auf Privatrenten setzt.
Da tut eine solche Geschichte in einem so prominenten Blatt natürlich weh. Denn das einzig überzeugende Argument für eine Privatrente ist, dass sie lebenslang gezahlt wird. Da es aber eher wenig ist, was gezahlt wird, muss man schon verdammt (=überdurschnittlich) alt werden, um ein gutes Geschäft zu machen.
Das sollten sich auch jene überlegen, die sich als ältere Menschen für eine so genannte Sofortrente interessieren (größere Geldbetrag wird in Leibrente umgewandelt). Wer sich nicht fit genug fühlt, um noch mindestens 15 bis 20 Jahre zu leben, sollte es besser sein lassen. Dazu gibt es natürlich einen Rechner.
Geringverdiener haben übrigens laut einer Studie von dem Professor mit der Fliege eine geringere Lebenserwartung.
Ich würde vor dem Abschluss einer Privatrente daher immer einen Gesundheitscheck machen lassen. Wenn das Ergebnis nicht so prima ausfällt, sind Auszahlpläne eine Alternative. Auch dazu gibt es natürlich einen Rechner.

27. Februar 2006
Offenes Telefon

Schon mal von einem offenen Telefon gehört? Der Bund der Versicherten (BdV) hat eins. Auszug PM:

Bund der Versicherten lädt am 15. März zum „Tag des offenen Telefons“ ein
Offenes Ohr für alle Versicherungsfragen

„Vermutlich werden uns am diesjährigen Weltverbrauchertag noch mehr Menschen als im vorigen Jahr anrufen“, ist Lilo Blunck, die Geschäftsführerin des Bundes der Versicherten (BdV) überzeugt. Die mit 50.000 Mitgliedern größte deutsche Verbraucherschutzorganisation auf dem Versicherungssektor lädt am 15. März, dem Tag der Verbraucher, wieder zu einem „Tag des offenen Telefons“ ein. Beantwortet werden alle Fragen rund ums Thema private Versicherungen.

27. Februar 2006
Reform-Pläne aus Köln

Keine Ruhepause an den Rentenfront:
Laut einem Bericht des Versicherungsjournals steht jetzt eine weitere – zunächst lokale – Reform des Rentenrechts an.
Manfred Kaiser, Vorstand der Colonius-Versicherung und Berater der Kölner Stadtregierung, hat dazu in einem Interview mit dem Versicherungjournal die ersten Details veröffentlicht. Er wird mit den Worten zitiert:

„Wenn schon die Rente nicht reicht, muss wenigstens der Spaß gesichert sein”, so Kaiser zu den Argumenten für die neue Schicht.

Als Düsseldorfer bin ich allerdings sicher, dass die Landeshauptstadt jederzeit für in Not geratene Kölner eintreten würde. Mit Altersvorsorge kennen wir uns einfach besser aus. Mit was für einer Silbe fängt Altersvorsorge an, na?