FINBLOG.de – Aktuelle Notizen vom Finanzjournalist Andreas Kunze

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2. August 2005
Postbank wirbt für ING-Diba

So eine grandiose PR-Panne habe ich schon lange nicht mehr gesehen: Die Postbank macht auf ihren Internetseiten Reklame für einen der ärgsten Konkurrenten, die ING-Diba. Oder bahnt sich da etwa ein Mega-Bankenmerger an, der die Börsen noch bewegen wird?

Aber schauen wir selbst: Um ihre Leser über die “fünf teuersten Irrtümer” bei der Fondsanlage aufzuklären, bemüht sie doch tatsächlich die “Bankexperten” des “Finanzinstitutes ING-Diba”. Was für eine Auszeichnung der Konkurrenz!

Normalerweise sind sich die beiden Institute nämlich eher spinnefeind. So nannten sich beide eine Zeitlang jeweils die “beste Bank”. Zwei Wirtschaftszeitschriften hatten die Titel mal so mal so vergeben – problematisch wurde es dann erst, als die beiden Blätter fusionierten und es nur noch eine Beste geben konnte. Finblog-Leser wissen das natürlich alles.

Wenn jetzt die Postbank die Bankexperten der ING-Diba zu Rate zieht – ist das der Vorbote einer neuen Elefantenhochzeit im Bankgewerbe? Die Postbank wurde schließlich erst im vergangenen Jahr mit der Deutschen Bank in Verbindung gebracht….

Ich glaube: Nein! Eher hat sich wohl die schon von Pishing gebeutelte Postbank eine Art Texttrojaner eingehandelt, und zwar über das “Manager-Magazin“. Es lief vemutlich so:
- Die ING-Diba verfasste wie gehabt einen Reklametext und schickte ihn an Presseagenturen.
- Eine Presseagentur (mir ist unklar welche) übernahm den Reklametext wortwörtlich und machte daraus einen Agentur-Artikel.
- Das Manager-Magazin wiederum übernahm den Agentur-Artikel wortwörtlich und machte daraus einen Magazin-Artikel.
- Die Postbank schmückt sich gerne mit dem Manager-Magazin und übernahm wortwörtlich den Magazin-Artikel – tja und so landete die Reklame der ING-Diba wortwörtlich im Angebot der Postbank. Man kann das auch als moderne Form der stillen Post sehen.
Das Beste an dieser Wortwertschöpfungskette: Die Postbank hat vermutlich auch noch viel Geld dafür gezahlt, dass sie Reklame für die Konkurrenz machen darf.

Sollte zur Abwechslung mal “Deutschlands blödeste Bank” gewählt werden, stelle ich mich gerne als Jury-Mitglied zur Verfügung.

Postbank: Aufklärung durch die Konkurrenz:

Postbank Diba in Postbank wirbt für ING-Diba

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Kommentare

Kommentar von Ralf am 2.8.2005 um 22:28

Die Postbank “schmückt” sich nicht nur mit den Artikeln des MM, sie übernimmt die Artikel wohl eher völlig ungeprüft.

http://www.manager-magazin.de/geld/geldanlage/0,2828,364627,00.html

Beachten Sie doch bitte einfach mal den Teil in der URL hinter “geld/geldanlage”. Der ist identisch mit der URL der Post-Bank (”…/rentenspezial/0,2828,364627,00.html). Es ist technisch gar kein Problem das zwei verschiedene Seiten auf ein und die selbe Datenbank zugreifen. Ich müsste ja nur WordPress installieren und dann _ihren_ Benutzernamen, Kennwort und URL zur Datenbank eingeben, schon habe ich eine exakte 1:1-Kopie vom Finblog-Inhalt.

Ob die Post-Bank nun für die Artikel bezahlt oder ob es sich um eine, in diesen Fall recht peinliche, Cross-Promotion handelt, kann ich nicht beurteilen. Denkbar wärs aber trotzdem.

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