FINBLOG.de – Aktuelle Notizen vom Finanzjournalist Andreas Kunze

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12. April 2005
Neue Romantik, neues Geschäft

“Jetzt kommt West Mail”, vermeldet die Rheinische Post. Es folgt eine Geschichte über den Gründergeist von großen Verlagen. Der Verlag der Rheinischen Post (Düsseldorf), Du Mont Schauberg (Köln) sowie Giradet (Wuppertal) haben sich zusammengetan, um künftig der gelben Post Konkurrenz zu machen: Sie wollen Briefe von Geschäftskunden austragen. Keine weiteren Infos unter www.westmail.de.

Ich finde das großartig, dass sich die Medienwirtschaft aufrafft, die Krise abschüttelt und mutig nach neuen Geschäftsfeldern sucht. Vor allem Papier über die Straßen zu schleppen ist fraglos ein Wachstumsmarkt der nächten 300 Jahre. Zwar können mittlerweile selbst Klagen elektronisch verschickt werden, aber ganz sicher beginnt im Geschäftsleben alsbald die neue Romantik und Firmenführer werden sich zart duftende Liebesbotschaften zusenden. “Mein lieber Herbert, neulich auf dem Golfplatz…”
Für so etwas gibt es dann West Mail, für alles andere E-Mail.

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Kommentare

Kommentar von Frank am 12.4.2005 um 10:28

Nunja ganz so einfach ist es ja nicht vom “normalen” Brief auf EMail in der Geschäftswelt umzustellen. Nicht jeder Geschäftspartner hat EMail. Von der Nachvollziehbarkeit der Authentizität (Signaturen) ganz zu schweigen. Ist denn die EMail auch angekommen oder im SPAM Filter hängengeblieben?
Kein Zweifel das ist alles lösbar und wie auch das Fax seinen Platz erobert hat, hat es dennoch nicht den Brief verdrängt. Gibt es eigentlich Quellen die die tägliche Anzahl an Briefen, Faxen und EMails (hier jetzt wirklich Firmenkorrspondenz und nicht “Hallo wie gehts Dir”) seriös ermitteln und darstellen?

Aus meiner Sicht ist Konkurenz zur gelben Post schon sehr sinnvoll.
Warum aber gerade die Webseite verkündet man biete Leistungen ab April 2005 an und dann sich darüber ausschweigt was für Leistungen zu welchen Konditionen bleibt mir ein Rätsel. Aber wahrscheinlich will man dieses lieber per Brief zustellen :(((

Kommentar von Andreas Kunze am 12.4.2005 um 11:05

@Frank: Dein Einwand ist völlig berechtigt. Natürlich hat der Papier-Brief derzeit noch einen festen Platz im Geschäftsleben, vor allem in der Werbung. Allerdings gehe ich davon aus, dass es auf Sicht von 10, 15 Jahren ein stark schrumpfender Markt ist. Deshalb macht es für mich wenig Sinn, da noch groß einzusteigen. Aber ich lasse mich gerne überraschen…

Kommentar von Udo Vetter am 12.4.2005 um 15:27

Super, noch ein Briefträger mehr, der das Personal von der Arbeit abhält.

Kommentar von Maiglöckchen am 12.4.2005 um 16:04

Gegen einen flotten Postboten ist doch nichts einzuwenden. Ich freue mich immer über ein wenig Abwechslung.

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