5. April 2005
Super-Sonder-Konditionen
Manche Presseinfos sind einfach daneben. So wie die von Peugeot. Man will nicht nur für ein Auto werben, man will es mir auch noch gleich verkaufen.
Das vom italienischen Stardesigner Pininfarina zeitlos elegant entworfene Peugeot 406 Coupé bieten wir Ihnen in der weltweit auf 2.000 Stück limitierten „ultima edizione” derzeit zu ganz besonderen Konditionen an: Der Sonder-Nachlass für Journalisten auf dieses Modell beträgt statt der üblichen 15 zur Zeit 25 Prozent.
Vermutlich handelt es sich um eine hässliche Gurke, die sonst keiner haben will. Läuft bei Peugeot der Absatz so schlecht, dass die sogar schon wild Journalisten anschreiben?
Von: Andreas Kunze | Kategorie: 01 - Allgemein |
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Kommentare
Kommentar von Amtsleiter am 5.4.2005 um 14:47
Da frage ich mich wozu Journalisten Rabatte auf Autos bekommen….komisch diese Rabattwelt. Journalisten, Ärzte, Studenten, Arbeitslo..suchende, Öffentlicher Dienst, Energieversorger und Polizisten.
Die einzige Gruppe die keinen Rabatt erhält sind “Durchschnittsarbeitnehmer”.
Kommentar von Peter Fisch am 5.4.2005 um 16:11
@Amtsleiter: Damit Journalisten neutral und unvoreingenommen berichten können, ist doch klar, oder?
Zahlreiche Websites helfen den Kollegen sich umfassend diesbezüglich zu informieren, bspw. http://www.pressekonditionen.de/
Merkregel: Die guten Journalisten nehmen alle Rabatte mit und die schlechten haben eine Konto bei ING-DIBA und ihre Versicherung bei COSMOS. Und lesen nur die WELT.
Kommentar von Andreas Kunze am 5.4.2005 um 16:31
@Peter: Die Rabatte sind in meinem Augen teilweise reine Irreführung. Sie gaukeln den Journalisten vor, sie würden bessere Konditionen und somit einem Vorteil erhalten. Was das für ein Schmu ist, zeigt das Beispiel Autorabatt: Der Journalistenrabatt (meist 15 Prozent) setzt Barzahlung voraus – jeder Barzahler bekommt aber 15 bis 20 Prozent Nachlass auf den Listenpreis. Bei Sondermodellen, die unbedingt raus müssen, ist noch deutlich mehr drin. Für jeden, wohlgemerkt.
Kommentar von Peter Fisch am 5.4.2005 um 17:15
@Andreas: Klar sind die Rabatte Augenwischerei (auch Journalisten sollten rechnen können), aber man darf nicht vergessen, dass es diese auch in den guten Zeiten gab, als Barzahler mit einem Satzfußmatten und einem Blumenstrauß abgespeist wurden, und auch für recht attraktive Modelle, bsw. Mercedes SLK mit nahezu keinem Wertverlust.
Die Frage bleibt: Warum bekommt eine Berufsgruppe Rabatte ohne Gegenleistung? Wo liegt der Nutzen für das rabattgebende Unternehmen?
Kommentar von Andreas Kunze am 5.4.2005 um 18:41
@Peter:Sieh es als eine Art verkappte Schmiergeldzahlung. Das ist – leider – problemlos möglich, da es für Journalisten überhaupt keine verbindlichen Berufsregeln gibt.
Und die Branche hat kein besonderes Interesse daran, etwas zu ändern.Nimm nur die giftigen Reaktionen von Focus und Bild, nachdem Bundestagspräsident Thierse gesagt hatte: Ja, wir wollen mehr Tranparenz bei den Nebeneinkünften von Politikern, allerdings sollte das bei Managern und Chefredakteuren dann auch eingeführt werden. Die Chefredakteure der genannten Blätter sahen das geradezu als einen Angriff auf die Pressefreiheit.
In vielen Fällen ist daraus m.E. eine Pressefrechheit geworden.



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